Donots' "Coma Chameleon" als Homage an die 80's? |
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| Geschrieben von: Thomas Schmidt |
| Samstag, 31. Januar 2009 10:20 |
"Coma Chameleon", das klingt zunächst eher wie eine schlechte Kopie des Culture Club Hits "Carma Chameleon" aus den 80's. Dahinter steckt allerdings viel mehr, nämlich der Name des aktuellen Albums der Punk-Rocker Donots aus Ibbenbüren. Denn von 80er Jahre Rock und Covern wie "Whatever happened to the 80's?" aus vergangenen Tagen ist auf dieser Platte nichts zu hören.
Nach dem stimmigen Intro "There's a tunnel at the end of the light" geht's auch schon mit voller Kraft los. "Break my Stride", der erste Song der neuen Platte kommt laut, kratzig und aggressiver daher als der ehemals fröhlich-punkige Sound der Punker. Der Text beschränkt sich auch nicht mehr auf nette Sommertage, sondern behandelt im ersten Song einen Streit zweier Menschen, aus dem der Sänger Ingo als lyrisches Ich als klarer Sieger herausgeht und sich nicht verunsichern oder einschüchtern lässt. Verdeutlicht wird diese Entschlossenheit auch instrumental. Nämlich brachialer und erwachsener als noch im Album "Got the Noise".
Weitläufig bekannt hingegen sollte die erste Single-Auskopplung des Albums mit dem Titel "Clocks" sein, der es sogar in die Radio-Playlisten des Landes geschafft hat. Moment - Punk Rock und Radio? Das passt nicht zusammen? Genau das ist der Punkt. Denn "Clocks" ist einer der neuen Songs, die auch mal die etwas ruhigere Seite der Donots zum Vorschein bringen. Mit Akkordeon-Sound und schmachtendem Text erregte "Clocks" schon vor Veröffentlichung des Albums das Interresse der Medien. Leider aber hat das Album gerade aus diesem Grund von vielen Fans harsche Kritik hinnehmen müssen. Das seien nicht mehr die "alten" Donots. Stimmt.
Die Songs wirken insgesamt sehr durchstrukturiert und linear. Elemente wie Bridge oder Solo sind nun klar erkennbar, was allerdings keinesfalls störend wirkt. Um nicht falsch verstanden zu werden, muss man sagen, dass das Album insgesamt aggresiver, lauter und rauher daher kommt, jedoch auch einen Gewissen Aufbau hat, der es aber angenehmer zu hören macht.
Das muss auch der letzte alt eingesessene treue Fan zugeben: Die Donots rocken noch immer wie vor fast 16 Jahren. Wie bei vielen Bands merkt man ihnen die dazugewonnen Routine und geistige Reife nun auch musikalisch an, was das Album in meinen Augen jedoch nicht wirklich abschwächt. Wer auf direkten, ehrlichen Punk / Pop Punk steht, kann bedenkenlos zugreifen und sollte das Album nicht auf "Clocks" reduzieren. Und Donots Fans werden sowieso zugreifen und auch nicht enttäuscht werden. Ehrlich. Interessante Links:Fettes Brot - trotz harter Arbeit auf Fanhilfe angewiesen Mit Madsen Schmerz und Freude hinausschreien
Foto: © Indigo |
