Silbermond mit musikalischer Weiterentwicklung |
|
|
|
| Geschrieben von: Adriane Haussmann |
| Mittwoch, 10. Juni 2009 11:07 |
|
Wie bereits die beiden bisherigen Longplayer "Verschwende deine Zeit" (2004) und "Laut gedacht" (2006) fand der Großteil der Aufnahmen zusammen mit Ingo Politz und Bernd Wendland (valicon) in Berlin statt. Dennoch unterscheidet sich das neue Album von seinen Vorgängern. Die Erwartungen waren hoch, daher versuchten Silbermond nicht an den alten Stil anzuknüpfen, sondern den eigenen Stil weiterzuentwickeln und überschritten in sechs Monaten Studioarbeit ihre bisherigen musikalischen Grenzen.
Der Longplayer wird mit den Worten
„Irgendetwas fehlt“ eröffnet, doch keine Sorge, Silbermond haben sich trotz
Experimenten nicht verloren und so erklingt „Alles Gute“ im typischen
Silbermond-Stil. Hingegen klingt „Nichts passiert“ doch schon etwas anders, dumpfe Klänge, Sprechgesang… der Song wirkt als ob die Zeit gegen die Band läuft. Die Beats werden hörbarer, treibender, vordergründiger, haben stellenweise Elektroflair und wir befinden uns mitten in „Tanz aus der Reihe“.
Ein Highlight des Albums ist neben
den beiden Singles „Irgendwas bleibt“ und „Ich bereue nichts“ definitiv der
Song „Krieger des Lichts“, eine poppige Up-Tempo-Nummer mit viel Gefühl. Die Songs erinnern oft an das Debüt der vier Bautzener, klingen aber insgesamt abgerundeter und schwanken zwischen fast orchestralischen sich steigernden Melodien und typischen Rockpop-Nummern, aber auch die Albumballade wurde nicht vergessen. „Die Liebe lässt mich nicht“ ist ein herzzerreißendes Stück, das sicher dem ein oder anderen direkt aus der Seele sprechen wird.
Eine kleine Besonderheit des neuen
Albums sind die beiden Gäste, die sich die Band ins Studio geholt hat. Zum
einen enthält der neue Longplayer ein Duett mit Jan Delay, das den Titel trägt:
„Nicht mein Problem“ und natürlich sehr hiphop-lastig ist. Stefanie hat zwar
auch bereits mit Curse einen Ausflug in die Welt des Sprechgesangs gemacht,
doch das Duett mit Jan Delay klingt irgendwie schräg, ist aber vielleicht auch
nur gewöhnungsbedürftig. Zum anderen sang auch Xavier Naidoo einen Song mit den Monden ein; das Ergebnis: „Sehn wir uns wieder“, das gleichzeitig auch das Album mit insgesamt vierzehn Songs abschließt.
Überschreitung
der eigenen musikalischen Grenzen, sich Freiheiten nehmen; diese Ansagen ließen
auf größere Experimente schließen, doch Silbermond sind sich im Groben selbst
treu geblieben, auch wenn sie Neues ausprobierten. Wer das Album einlegt, wird sofort erkennen, um welchen Interpreten
es sich hierbei handelt und das nicht nur wegen der Fähigkeit Gefühle so
treffend in Worte fassen. „Nichts passiert“ ist kein Album, das einen beim ersten Hören sofort umhaut, aber ein Album, das man mit mehrmaligem Hören beginnt zu lieben. Interessante Links:Silbermond sind live unterwegs Karten jetzt sichern Silbermond im Tourtalk Foto: © SonyBMG |
