Donots - The Long Way Home |
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| Geschrieben von: Michael Hellstern |
| Freitag, 26. März 2010 11:42 |
Schon mal von Ibbenbüren gehört? Gelegen im nördlichen
Westfalen zwischen Rheine und Osnabrück liegt es irgendwo im Niemandsland. Doch
seitdem es dort vor über 15 Jahren zur Gründung einer der bekanntesten
deutschen Bands kam, trägt die Stadt den Beinamen „Ibbenbüren Rockcity“. Die
Rede ist natürlich von den Donots, die am 26. März ihr neues Album „The Long
Way Home“ veröffentlichen. Spielte die Band anfangs noch Punkrock mit amerikanischen College-Rock-Einflüssen, so veränderte sich der Stil in den letzten Jahren stark. Mit dem Erscheinen des Vorgängers „Coma Chameleon“ im Jahr 2008 gab es dann einen radikalen Stilbruch. Die Donots orientierten sich nun eher am Rockbereich und streuten auch eher ruhigere Songs in ihre Albumtracks ein. Der Erfolg der Single „Stop the Clocks“ gab ihnen Recht.
Der Nachfolger „The Long Way Home“ folgt diesem Schema und geht noch weiter: Das Album ist noch ruhiger geworden als der Vorgänger. Fast scheint es, als seien die Donots im Laufe der Jahre gereift und hätten sich vom Fun-Punk vergangener Tage komplett entfernt. Die erste Singleauskopplung „Calling“ wird durch Keyboardklänge aufgepeppt und schleicht sich schon nach kurzer Zeit ins Gehör. Der Song kann mit extremer Tanzbarkeit und einem hohen Mitsingfaktor punkten. So schnell wird man den Ohrwurm mit 80er-Wave-Einflüssen nicht mehr los.
„Forever ends Today“ erscheint zunächst sehr untypisch für die Band. Ruhig und melancholisch beginnt der Song, kann dann aber im Chorus die Stärken der Donots entfalten: Melodischer mehrstimmiger Gesang, der berührt. Das Lied braucht einige Anlaufszeit, aber nach mehrmaligem Hören festigt sich der Gesamteindruck: einer der besten Songs des Albums. Der vierte Track „High and Dry“ sorgt mit schnellem Intro für einen hohen Wiedererkennungswert und knüpft an vergangene Zeiten an. Am ehesten hört man hier noch Überreste des alten, schnellen Sounds, der die Donots mit „Whatever happened to the 80’s“ national bekannt machte.
An den Schluss des Albums setzen die Donots mit „Parade of One“ einen Song, den es in dieser Form noch nie auf einem Donotsalbum zu hören gab. Mit einer Spielzeit von über fünf Minuten ist er auf jeden Fall der längste Song, den sie je produzierten. Ein ruhiger Akustikbeginn, nur begleitet vom fast schon zarten Gesang von Sänger Ingo. Danach driftet der Song kurz in den Bombastrockbereich à la Green Day ab, ehe in einem grandiosen Finale hineingeschnittenes Livepublikum für ein würdiges Ende sorgt. Viele kleine Details des Albums hört man erst nach mehrmaligem Durchlaufen heraus. Streicher, eine Tuba, ein Schifferklavier, eine Mandoline…der Experimentierfreudigkeit der Donots schien im Studio keine Grenzen gesetzt.
Insgesamt kann die CD mit einer Spielzeit von nur knapp 37 Minuten jedoch nicht ganz überzeugen. Vor allem im Mittelteil der CD verliert man nach einiger Zeit die Lust an den Songs. Ein bisschen mehr Mut abseits der ausgetretenen Radiorock-Pfade zu wandeln, hätte den Donots vielleicht noch ein paar echte Kracher beschert, denn so klingen viele Lieder im Mittelteil und gegen Ende des Albums allzu beliebig. Zwar wird viel experimentiert und probiert, doch Songs wie „Let it go“ oder „Who you are“ sind einfach zu sehr auf Harmonie getrimmt, um lange fesseln zu können. Trotzdem bleibt ein guter Gesamteindruck vom Album. Aber eben nur gut und nicht herausragend. Fans aus den Anfangstagen der Band werden mit dem erneut langsamer gewordenen Sound wohl erst warm werden müssen. Für "Donotsneulinge" sind Songs wie „Calling“ oder „High and Dry“ aber auf jeden Fall ein guter Einstieg. Interessante Links:Jan-Dirk im Interview Die Donots sind wieder zurück Jetzt Tickets für die Tour sichern! "Coma Chameloen" von den Donots Foto: © Solitary Man |
