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Martin Renno and Friends in beeindruckender "Union"

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Geschrieben von: Adriane Haussmann   
Samstag, 24. Juli 2010 12:22
Bereits als Teenager hatte Martin Renno in der Gitarre seine große Liebe gefunden, doch erst Jahre später kann der Heidelberger Gitarrist seinen Traum verwirklichen und sein erstes Album veröffentlichen. Ein Album, das etwas ganz besonderes sein soll. 

Martin hat eine Message, die er verbreiten möchte, doch er hat keine Stimme, die Message zu verbreiten. Aber hilflos ist er nicht! Martin entwickelt ein Konzeptalbum, das bis ins letzte Detail zeigt, was er ausdrücken möchte.

 

Für sein Debüt „Union“ holt er sich verschiedene Musiker und Sänger ins Studio, gemeinsam entstehen 16 Songs - in Deutsch, in Englisch und instrumental. Die Mischung seiner Gäste ist vielseitig und vor deren Erfahrung kann sich so manch anderer verbeugen.

Es entsteht das Album, das Mitte Juni unter dem Namen Martin Renno and Friends veröffentlicht wurde und wer jetzt meint die Stimmen darauf kommen einem bekannt vor, der irrt keines Falls.

 

Als Sänger stand unter anderem Claus Eisenmann hinter dem Mikrofon, den die meisten durch die Söhne Mannheims kennen werden. Kein Wunder, dass dieser auch direkt den Einstiegssong „Berge und Mannheim“ singt. Der Song beginnt mit einem Klangteppich, der fast orientalische Züge hat und wird dann hauptsächlich durch den Text getragen. Zwischendurch erklingen ferne Rufe und es entsteht ein Sog aus kulturellen Einflüssen, die sich zu einem einzigen Song verbinden.

Das Highlight des Albums ist der Track „Ich bin, was ich bin“. Ein Popsong, der die Stimme von Sebastian Hämer erklingen lässt und Rapper Likkle T Platz einräumt. Wie der Titel erahnen lässt, geht es um das eigene Individuum, das so in Ordnung ist, wie es ist, wenn man selbst damit zufrieden ist.

 

Jeder Song möchte etwas vermitteln und bietet auch den Nachwuchstalenten wie Fatma Tazegül, Silke Hauck oder Agrip Nassim genügend Platz ihr Können unter Beweis zu stellen. Mal einzeln, dann wieder in einem Chor werden die Songs zusammen umgesetzt. Leicht und beschwingt trifft einen „So lange“, hingegen „Jetzt geht’s los“ ertönt eher schwer und dumpf und auch der Text verstärkt diesen Eindruck.

Geschlossen wird das Album von einer herzerweichenden Ballade mit dem Titel „Regenbogen“, in der Leid und Glück ganz nah beieinander liegen. „Und wenn es irgendwo noch Hoffnung gibt, dann ist es da, wo man die Wolken sieht, wo ein Regenbogen noch spannend bleibt und unsre Sorgen vertreibt.“ Wir werden Zeuge eines intimen Gesprächs zwischen Mutter und Kind: „Hey mein liebstes Kind, wir müssen jetzt stark sein.“ „Wo ist Papi?“ „Papi kommt nicht mehr nach Hause, aber wenn du ihn vermisst, suchen wir gemeinsam nach dem Regenbogen.“

 

Man merkt schnell, dass „Union“ ein sehr vielseitiges Album ist, das man keinem Stil genau zuordnen kann. Laute, volle Instrumentalparts, dann wieder leise, zarte Gesangstücke. Europäische Klänge, amerikanischer Sprechgesang, türkische Backgrounds und orientalische Instrumentierungen; so bunt wie die Besetzung ist definitiv auch der Sound. Ein Album, das es verdient in Ruhe angehört zu werden und einen Platz in der Plattensammlung neben Xavier Naidoo und Joy Denalane erhalten sollte.

 

Interessante Links:
Sebastian Hämer im Interview
Cassandra Steen - ein überzeugendes Debüt
Roman Fischer & Lightscape

 

Foto:  © Darss-Reco

 

 
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