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Die Guano Apes sind mit „Bel Air“ zurück!

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Geschrieben von: Michael Hellstern   
Freitag, 01. Juli 2011 10:56

Eine der erfolgreichsten deutschen Bands der letzten 15 Jahre meldet sich mit ihrem neuen Album „Bel Air“ zurück. Die 1990 gegründete Band begann ihre Erfolgsgeschichte mit dem ersten Album „Proud like a God“ 1997. Hits wie „Lords of the Boards“ oder der Cover-Song „Big in Japan“ sind auch heute noch fester Bestandteil von Playlists der meisten Rockschuppen in Deutschland.

2004 trennten sich die Guano Apes trotz der internationalen Erfolgsgeschichte, da die einzelnen Mitglieder Soloprojekte verfolgen wollten. Sängerin Sandra Nasic veröffentlichte 2007 ein Soloalbum, ehe im Jahr 2009 erste Comebackpläne die Runde machten.

 

Nach ersten Festivalauftritten im Sommer 2009 fassten die Guano Apes schnell Pläne für ein neues Album, das sie nun 2011 veröffentlichen. Der Sound der Band hat sich dabei radikal verändert, wie schon der erste Song „Sunday Lover“ beweist. Die signifikante rauhe Stimme von Sandra Nasic rückt mehr und mehr in den Hintergrund, stattdessen werden Electro-Pop-Beats aufgefahren und die Gitarren verhaltener eingesetzt, als auf früheren Alben.

 

Danach folgt gleich der beste, weil eingängigste, Song der Platte. Die erste Single „Oh what a Night“ setzt sich mit seinen Ecken und Kanten sofort im Ohr fest und kann noch am ehesten mit den älteren Gitarrensongs mithalten. Songs wie „This Time“ und „Carol and Shine“ erinnern an Sandra Nasics Elektro-Pop-Soloalbum und sollen wohl experimentell wirken.

Leider sind diese Lieder so aalglatt produziert, dass Fans der alten Alben ziemlich heftig vor den Kopf gestoßen werden. Einen Hauch von Nostalgie verströmen die Riffs von „Trust“, allzu hohe Erwartungen werden durch den wenig überzeugenden Refrain aber gleich wieder zerstört. „She’s a Killer“ sticht noch durch seine tolle Electro-Melodie hervor, aber das wars dann auch schon was vom Album hängen bleibt.

 

Keiner der Songs kann mit dem coolen Nu-Metal der ersten 3 Alben mithalten. Zwar ist das Nu-Metal-Genre nun schon seit einiger Zeit beerdigt, aber der Verzicht auf jegliche härteren Riffs stößt beim Hören unangenehm auf. Eine Weiterentwicklung des Sounds in allen Ehren, aber „Bel air“ ist vor allem in der Breite betrachtet voll mit sich wenig unterscheidenden Electro-Pop-Rock-Nummern, die nur selten das Schema F verlassen. Live werden die Guano Apes sicher in erster Linie die alten Nummern spielen, die ihnen ein Alleinstellungsmerkmal in der deutschen Musiklandschaft bescherten. „Bel Air“ hingegen ist zwar bei weitem kein Flop, aber doch nur musikalische Durchschnittskost.

 

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Foto: © Sony Music

 
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