Christina Stürmer im Interview |
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| Geschrieben von: Adriane Haussmann |
| Montag, 18. Mai 2009 07:04 |
Christina Stürmer ist derzeit der erfolgreichste Export unseres Nachbarlandes Österreich. Erst vor wenigen Wochen veröffentlichte sie ihr viertes Studioalbum "In dieser Stadt" und tourt damit nun durch Deutschland. Für uns nahm sie sich einige Minuten Zeit und beantworte ausgiebig unsere Fragen.DSC: Gibt es einen Unterschied zwischen der Christina Stürmer von 2005 und der Christina Stürmer von heute? Ich bin älter geworden und habe viele Menschen kennengelernt, auch welche, die dir erzählt haben, sie wüssten, was das Beste für dich ist. Ich hab in den Jahren viel gesehen und viele neue Eindrücke gewonnen, die einen auch verändert haben. Ich habe damals ja sozusagen über Nacht ein bekanntes Gesicht bekommen und erhielt nur einen Crashkurs in Sachen Medien und hatte dadurch eine rasche Entwicklung durchzumachen. Klar, dass man da auch etwas unsicher war, aber mittlerweile bin ich selbstbewusster und traue mich meine Meinung zu sagen. Wenn mein Bauchgefühl nein sagt, dann höre ich jetzt auch wieder darauf und dann geschieht es einfach nicht.DSC: Rückblickend auf die letzten
vier Jahre, was geht in dir vor, wenn du siehst das, was in den letzten Jahren
musikalisch bei dir geschehen ist? Ein
wahnsinnig Gutes! Es macht unheimlich viel Spaß und ich konnte mein Hobby zum
Beruf machen, für das ich auch wirklich dankbar bin. Ich fahre jetzt mit einem
Nightliner durch die Gegend, das Tourteam besteht aus 30 Männern und mir und ich
liebe das Reisen und das Teamwork. DSC: Bei Starmania (Anm. d.
Red.: Talent Casting Show im österreichischen Fernsehen) hast du bis auf den
zweiten Platz geschafft. Hattest du einen Plan B, falls es nichts mit dem Durchbruch
wird? DSC: Verfolgst du selbst noch
Castingshows oder gehst du diesem Thema mittlerweile eher aus dem Weg? Also ich sitze jetzt nicht jeden
Abend davor und schau es mir an, ich muss es nicht unbedingt verfolgen. Aber
ich schau schon einmal rein, wenn ich beim Durchzappen darauf stoße. DSC: Fühlst du dich vor Gigs
mittlerweile routiniert oder hast du immer noch Bauchkribbeln vor so großen
Auftritten? DSC: Momentan ist das Duettfieber ausgebrochen. Gibt
es so etwas wie einen "Wunsch-Duettpartner" für Dich? Von den bekannten und größeren Künstlern wünsche ich
mir eigentlich niemanden, aber ich habe auf der Tour eine Supportband namens
Herbstrock und gemeinsam mit Frontfrau Anna singe ich bei den Konzerten immer
ein Duett auf der Bühne. Ich finde das sorgt dann auch für ein bisschen
Abwechslung bei den Fans, weil das ja dann etwas anderes ist, sonst hört man
mich ja immer nur alleine singen. Aber mit einem bekannten Künstler oder mit
jemandem, den ich persönlich gut finde, wollte ich nie ein Duett singen. Ich
hab da viel zu viel Angst davor, dass der Künstler mir dann charakterlich
unsympathisch ist und ich dann dadurch auch seine Musik irgendwie schlechter
finde. DSC: Hast Du schon einmal darüber nachgedacht
englisch zu singen? Eigentlich nein! Ich hab früher in Coverbands
englisch gesungen und damit hab ich das Kapitel in meinem Leben erledigt. Ich
bleib erst einmal beim Deutschsprachigen, aber vielleicht gibt es auf dem
nächsten Album einen Song in Mundart, also in österreichischem Dialekt. Aber
ich bin ehrlich, ich glaub ich würde mich gar nicht trauen auf der Bühne
englisch zu singen, ich würde vermutlich davor ganz viele Englischkurse
besuchen, weil ich es persönlich peinlich finde, wenn deutschsprachige Künstler
ein schlechtes Englisch sprechen. DSC: „In dieser Stadt“ ist dein mittlerweile viertes
Studioalbum. In wie weit würdest du sagen unterscheidet es sich von deinem
Debütalbum? Also es immer noch
deutschsprachig und ich selbst finde es rockiger. Im Studio haben wir dieses
Mal mit Elektrosounds gespielt, aber es klingt noch immer nach mir, nur eben
ein bisschen neuer. DSC: Wie waren die
Studioarbeiten zu dem neuen Werk? Hast du die Zeit genossen? Ja, immer zu touren
wäre anstrengend. Wir Musiker haben ja zum Glück verschiedene Abschnitte. Die
Studioarbeiten sind sehr kopflastig und man macht sich viele Gedanken, nach den
Studioarbeiten ist man eine Weile zuhause bevor es dann auf Tour geht. Die Tour
ist körperlich anstrengend, weil man ja zwei Stunden auf der Bühne rumhüpft,
aber genau der Wechsel macht es interessant. Ich könnte nie ein Jahr ins Studio
gehen, da würde ich durchdrehen. Auf der Bühne bekommst du direktes Feedback
von deinen Fans und das ist mir unheimlich wichtig.
In
dem Moment, wo man es in Händen hält, ist man immer gleich stolz. Dann freut
man sich, dass man es anfassen kann und liest sich durch, was man für Danksagungen
geschrieben hat, blättert das Booklet 100 Mal durch bis man jedes Detail kennt
und ich lege dann auch immer noch die CD ein. Aber ich finde eigentlich immer
das aktuellste Album am besten. „Lebe Lauter“ war auch ein gutes Album, aber es
ist eben auf dem Stand von 2006. DSC:
„Ist mir egal“ heißt die erste Single des neuen Albums. Warum hast du dich für
diesen Song als erste Single entschieden? Ich
finde er tanzt aus der Reihe und nach dem eher leiseren Album letztes Jahr
musste die erste Single aus dem jetzigen Album einfach laut sein. Außerdem find
ich ihn gut tanzbar und es ist ein Statement, denn er spiegelt die letzten
sechs Jahre wider. Man könnte sagen es ist ein Song über mein
Selbstbewusstsein. DSC:
Gibt es eine Stadt auf der Tour, die richtig gerockt hat oder auf die du dich
besonders freust? Berlin
und Hamburg waren super! Man hatte uns zuvor gesagt, die Hamburger seien etwas
kühler, aber die Halle hat einfach nur gekocht. Aber auf alle Fälle wird auch
Köln super, denn da kommen Bekannte von uns und München war letztes Jahr schon
großes Kino. DSC:
Jetzt sind einige Songs des neuen Albums wieder von Oliver geschrieben worden.
Wer hat beim Songschreiben von euch das letzte Wort? Ich
würde sagen das ist 50:50. Die ganze Band schreibt ja, aber Oliver war bei
diesem Album sehr kreativ. Er hat Stunden mit seiner Gitarre verbracht und an
Songs gearbeitet. Und dann hatten wir dieses Mal auch Songwritermeetings in
Hamburg, was ganz spannend war. Aber das letzte Wort habe immer ich. Gerade
beim Songtext, der muss einfach passen. Ich muss es glaubwürdig verkörpern
können und ich möchte, dass meine Meinung oder eine Geschichte von mir erzählt
wird. Denn ich bin ja nachher die, die es schließlich auch singt und dann
sollte mir der Text schon zusagen, das ist mir ganz wichtig. DSC:
Was wünscht du dir für deine musikalische Zukunft? Prinzipiell soll es so anhalten wie es jetzt gerade ist. In dem Business weiß man ja nie wie lange man auf der Erfolgswelle schwimmen kann, aber ich würde da gerne noch eine ganze Weile weiterschwimmen, wenn man das so ausdrücken kann. Interessante Links:Alles ist mehr als perfekt Livefotos von Christina Stürmer In dieser Stadt mit Christina Stürmer
Fotos: © christinastuermer.de |
