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Thomas Godoj im Tour-Interview PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Adriane Haussmann   
Freitag, 18. Dezember 2009 14:33
Einst als Solokünstler gecastet, hat sich Thomas Godoj mittlerweile zum Frontmann einer Band entwickelt mit der er sich momentan auch gemeinsam auf Tour befindet. Thomas hat das einstige Image abgeschüttelt, füllt dennoch die Hallen und zeigt mit seinem aktuellen Album "Richtung G" wer Thomas Godoj eigentlich ist und vor allem wie ein Thomas Godoj klingt. Wir haben für euch mit dem Musiker über das neue Album, die Songs und den Nachwuchs gesprochen.

 

DSC: Du hast in der Vergangenheit bereits englisch und deutsch gesungen, ist es ein großer Unterschied einen Text auf englisch oder auf deutsch zu singen?

Also gesanglich ist es kein Unterschied, aber beim Schreiben schon. Ich spreche ja nicht täglich englisch und möchte aber vernünftige, englische Texte mit sinnvollen Metaphern haben und nicht einfach englisch singen, Hauptsache Englisch. Daher habe ich da Hilfe von einem Produzententeam und darin gibt es ein paar Leute, die in Amerika gelebt haben und daher englisch beherrschen und die Texte mit mir gemeinsam umsetzen.

 

DSC: Auf deinem neuen Album „Richtung G“ hast du sogar einen polnischen Song, wie kam es dazu und um was geht es darin?

Ich bin ja in Polen geboren und habe da einfach meine Wurzeln, aber da ich ab 6 Jahren dann deutsch gesprochen habe, als wir nach Deutschland gekommen sind, bin ich nicht mehr ganz so fit in der polnischen Sprache, daher habe ich den Song zusammen mit Robert Gawlinski geschrieben. Der Titel bedeutet einfach Liebe. Inhaltlich geht es um ein Vagabundenleben und eine Prinzessin, so ein bisschen wie ein Märchen. Man versucht, dass die Liebe über allem steht, egal ob arm oder reich. Wenn die Liebe stark genug ist, hält die ewig. Und der Song erzählt, was man alles in Gedanken für den anderen bauen würde.

 

DSC: Könntest du dir vorstellen dich auf eine Sprache festzulegen?

Nö, ich bin experimentierfreudig und will mich da nicht festlegen. Ich mag neue Herausforderungen und schreibe einfach in der Sprache wie es mir gerade lieb ist.

 

DSC: Bleiben wir bei deinem neuen Album, wie kam es zu dem Titel „Richtung G“?

Da wo ‚G‘ drauf steht, ist Godoj drin. Ich konnte bei meinem ersten Album nicht mitarbeiten, sondern mir nur die Songs aussuchen, da sie schon vorproduziert waren. Man musste sie also nur noch ausproduzieren und einsingen und fertig, daher dauerten die Studioaufnahmen auch nur zwei Wochen.

 

DSC: Wie viel Thomas Godoj steckt denn nun in deinem neuen Album?

Ich würde sagen 100%, den ersten Schritt habe ich ja bereits mit meinen drei deutschen Singles gemacht, aber jetzt hatten wir für das Album ein Songwritermeeting in Berlin und da waren auch Leute aus meiner Band dabei, die mitgeschrieben haben. Ich schreibe ja nicht allein und habe mir jetzt auch wieder meine alten Leute mit ins Bott geholt. So hatte ich für die zweite Platte jetzt ein komplett neues Umfeld, neue Produzenten und wir haben in Stuttgart in den Hitbay Studios aufgenommen. Das Studio hatte bereits zwei Songs für das alte Album produziert und ist gut ausgestattet und dann haben wird dieses Mal das ganze Album dort aufgenommen.

 

DSC: Gibt es auf dem neuen Longplayer einen Track, der besonders viel Kraft und Zeit gekostet hat?

Ohja, das war „Uhr ohne Stunden“. An diesem Song haben wir lange herum geschraubt, einmal mit den Arrangements und dann aber auch am Text. Also das einstige Demo des Songs will ich so auf keinen Fall vorspielen. Textlich gab es am Anfang nur diese Metaphern und die erste Strophe und es war schwer eine Aussage damit zu treffen, was ich damit eigentlich sagen will. Weil für sich allein fragt man sich ja, was das eigentlich textlich soll. Es tatsächlich auf diesen einen Punkt zu bringen, das war wirklich das schwerste. Aber mit dem C-Teil des Songs haben wir es geschafft und durch den gibt jetzt auch der ganze Song Sinn.

 

 

DSC: Du bist jetzt mit einer Band unterwegs, siehst du Thomas Godoj als Bandprojekt oder eher als Solokünstler als welcher du ursprünglich gecastet wurdest?

Man kennt natürlich meinen Namen, aber ich persönlich bin ein Teamplayer und sehe uns auch als richtige Band an.

 

DSC: Im Frühjahr 2010 steht eine weitere Tour an, wird sie sich von der jetzigen unterscheiden?

Es wird sicherlich eine andere Setliste sein, aber wir müssen noch schauen. Wer weiß, was uns bis dahin noch so einfällt. Jetzt konzentrieren wir uns erst einmal auf die jetzige Tour und dann kommt eines nach dem anderen, im Sommer wollen wir ja auch auf Festivals spielen.

 

DSC: Du bist mittlerweile Papa, würdest du dich freuen, wenn dein Nachwuchs in deine Fußstapfen steigen würde und auch das Rocken beginnt oder eher nicht?

Kinder soll man unterstützen und fördern und jedes Kind entwickelt ja seine eigenen Vorstellungen und Geschmack, da möchte ich auf keinen Fall rein reden. Ich werde es auf jeden Fall immer in allem unterstützen was es macht, solange es legal ist.

 

DSC: Weihnachten steht vor der Tür, wie wirst du die Feiertage verbringen und hast du bereits alle Geschenke?

Ich werde Weihnachten ganz gemütlich zuhause mit meiner Familie verbringen und die Tage und das Essen genießen. Allerdings habe ich noch keine Geschenke und muss erst noch welche besorgen.

 

DSC: Das neue Jahr beginnt bald, was sind deine Pläne und Vorsätze?

Privat möchte ich mich natürlich so gut es geht, um meine Familie kümmern und möchte gesund bleiben. Und musikalisch hab ich mir vorgenommen mich noch weiterzuentwickeln, aber ansonsten darf alles gerne so weiterlaufen wie bisher.

 

Interessante Links:
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Fotos: © Adriane Haußmann

 

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