| Mikroboy bzw. Michi Ludes im Interview |
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| Geschrieben von: Adriane Haussmann; Michael Hellstern |
| Samstag, 26. Dezember 2009 12:28 |
Eigentlich begann die Geschichte von Mikroboy in einem kleinen Zimmer an einem PC vor dem ein junger Mann saß und seine Ideen in Tönen freien Lauf ließ, naja... oder zumindest so ähnlich. Aber sicher ist, dass aus dem einstigen Soloprojekt mittlerweile eine ganze Band entstand, wir haben Sänger und Frontmann Michi Ludes für euch zu einem Interview gebeten.
DSC: Wer hatte
denn die Idee mit dem Namen Mikroboy und was steckt hinter diesem Namen? Oh, die Frage kann ich nicht gut beantworten. Eigentlich fing ja alles als ein Soloprojekt mit Synthesizern an und ich hab ja auch alles alleine gemacht, daher dann auch der Name „Boy“. Und dann hab ich die Sachen einem Freund gezeigt, der Grafiker ist, und der hat das dann auf einer Website veröffentlicht und kam auf die Idee „Mikro“ mit k zu schreiben. Und es passt ja auch zu meiner Körpergröße und anfangs war es ja auch wenig Aufwand und „Mikroboy“ sah vom Wortbild auch cool aus. Und jetzt sind wir eben eine Band mit dem Namen. DSC: Seit wann
gibt es euch in dieser Konstellation und in welchem Jahr kann man die Gründung
der Band ansiedeln? Seit Februar dieses Jahres spielen wir in dieser Besetzung, da wir zum Jahreswechsel einen neuen Bassisten bekommen haben. Und davor war Annelie das neue Mitglied, da sie seit Anfang 2008 dabei ist. DSC: Was war
bisher die schwerste Hürde, die ihr nehmen musstest, um jetzt auf Tour mit
eurem Debütalbum sein zu können? Bevor wir das Album gemacht haben, gab es eigentlich kaum Hürden. Da war alles ungezwungen. Es gab irgendwie keine Ziele und daher auch keine Hürden und auch keine Erwartungen. Aber als das Album dann umgesetzt werden sollte, dann kamen sie. Dann begann die Labelsuche, das Booking und finanzielle Probleme. Bei so einer Produktion merkt man erst wie viel Geld dahinter steckt und wie viele Menschen und dass es für mich persönlich Kompromissbereitschaft braucht, weil man einfach nicht alles so umsetzen kann wie man es gerne hätte. Mich interessiert natürlich das Feedback der Leute jetzt schon und ich lese mir auch ab und an die Rezensionen seit der Veröffentlichung der Platte durch, aber es manchmal schon hart, wenn die Platte zerrissen wird, da einfach ein Jahr Arbeit darin steckt. DSC: Wie lange
habt ihr an eurem Debütalbum gearbeitet? Gab es dabei besonders spannende
Phasen? Und wie kamt ihr auf den Titel „Nennt es wie ihr wollt“? Der Titel kam am Schluss und wir konnten uns einfach nicht einigen und da meinte unser Manager Manu, dass wir es doch nennen sollen wie wir wollen. Und wir hatten nach 2 spannenden Monaten Studioarbeit mit dem Produzenten keinen Bock auf Schubladendenken. Uns war es wichtig nicht irgendwo einfach reingesteckt zu werden, wir haben eine eigene Geschichte und jeder findet sich in den Songtexten und dann kam es irgendwie zu dem Titel. Passend wie ich finde. DSC: Welcher eurer
Songs beschreibt euch am besten und warum? Ich würde sagen „Vom Leben und Verstehen“, wobei es ist ja alles Mikroboy. Aber ich entscheide mich jetzt einfach mal für den Song. DSC: Was hat euch
dazu bewogen mit dem Produzenten Swen Meyer von Kettcar und Tomte zusammenzuarbeiten? Nach der Veröffentlichung unserer Ep „Bis zum Ende“ hatten
wir ein wenig den Abstand zur Musik verloren. Wenn man dann so viel Geld in
etwas investiert, ist die Sicht von jemand Außenstehendem ganz gut. Außerdem
wollte das Label, dass ein richtiger Profiproduzent dabei ist. In dieser Liga
gibt es nur ungefähr zehn Produzenten in Deutschland. Dann kamen noch Faktoren
wie die Terminplanung und unser nicht allzu hohes Budget dazu. Swen Meyer hat
von Anfang an aber einfach super zu uns gepasst. Ich habe mich damals mit ihm
getroffen und wir haben eine Nacht lang nur Musik gehört, um unsere
Vorstellungen gegenseitig abzuklären. Er hat dann auch das gleiche Verständnis
von Musik wie wir gehabt, den gleichen Humor und hat einfach auch menschlich
toll gepasst. DSC: In Fankreisen
wurde bemängelt, dass einige alte Songversionen besser seien als die neuen auf
der CD - wieso habt ihr die alten Versionen nicht gut genug gefunden? Also zum einen wollten wir ja eine zusammenhängende Platte veröffentlichen – da hätten Songs aus verschiedenen Epochen überhaupt nicht drauf gepasst. Wir haben dann alle Songs neu eingesungen und mit den neu aufgenommenen Versionen zieht sich jetzt ein roter Faden durch das Album. Ein anderer Punkt ist, dass die Songs ja anfangs nur von mir allein waren und wir jetzt aber als Band auftreten. Da spielt jeder seinen Part ein wenig anders, so dass neue Songaufnahmen einfach notwendig waren. DSC: Viele eurer
Songtitel kommen im Text der dazugehörigen Songs nicht vor – wieso habt ihr
diesen Weg gewählt? Ich finde das eigentlich gar nicht so schlimm, da unsere Texte meistens sehr allgemein gehalten sind. Die Songtitel dienen dann einfach als kleiner Tipp, um was es in dem Song geht.
Im Mai waren wir zum Einspielen schon einmal als Hauptact auf einer kleinen Tour, aber das ist jetzt unsere erste wirklich große Hauptacttour und das bedeutet uns natürlich unheimlich viel. DSC: Bei eurem
musikalischen Weg spielt auch die Popakademie Mannheim eine Rolle, welche
Vorteile seht ihr durch euer Studium dort? Das Studium gibt Einblick in das Business und man weiß wie das da so läuft. Und durch das gemeinsame Studium haben alle die selben Ziele, daher ist es einfacher besser und stärker aufgestellt zu sein als andere Bands. DSC: Für welche
Musik steht Mikroboy? Habt ihr euren musikalischen Stil bereits fest gefunden? Nein, das ist eine permanente Weiterentwicklung. Wenn wir nochmals die selbe Platte machen würden, würde die heute wieder anders klingen. Aber es wäre ja auch langweilig, wenn du musikalisch angekommen wärst. Menschen verändern sich ja auch permanent. DSC: Ihr habt auf
eurem Album einen einzigen englischsprachigen Song, wie kam es dazu und ist
dies eine Ausnahme? Nein, das war keine Ausnahme, ich singe ja deutsch, aber der Song war ein Relikt. Von einem unserer ersten deutschen Songs – „Nur mit dir“ – haben Get well soon einen Remix gemacht. Aber es ist schon witzig, Konstantin geht auf Deutsch gar nicht, wenn er singt. Daher haben wir jetzt bei „This Room“ ihn englisch singen lassen und ich singe deutsch. DSC: Wer ist bei
euch der kreative Kopf oder entstehen bei euch die Songs in Zusammenarbeit? Mittlerweile sind wir das alle gemeinsam. Aber ganz am Anfang war ich es, da ich ja auch der Initiator des ganzen war. DSC: Wer von euch
hatte die peinlichste Panne auf der Bühne? Das war bei einem Supportgig im Sommer. Wir durften die Helden meiner Jugend supporten und beim letzten Song hat dann der Sänger mich auf die Bühne geholt, weil das ja bei den Amis irgendwie normal ist, dass man am Ende dann einen Song zusammen singt. Und ich hatte mich total gefreut und da mitgesungen und dann bin ich von der Bühne gegangen, hab mich umgedreht und bin dann komplett über den Monitor geflogen und hab sozusagen einen fliegenden Abgang gemacht. Das war mir total peinlich. Aber generell passieren ja öfters Dinge, für die man nichts kann. Wir standen letzt auch auf einer Bühne beim Dockville in Hamburg und hatten Stromausfall und dann saßen wir solange auf den Drums und haben Kinderriegel gegessen bis es weiterging. DSC: Wunschdenken,
wo wärt ihr gerne musikalisch in 5 Jahren? Wir haben alle nicht so hohe Ansprüche. Wir wollen von der Musik leben können und wenn das klappt, das wäre natürlich super. Wir haben keine Zeit für andere Jobs, daher wäre es gut, wenn man durch die Musik seine Miete zahlen könnte und im Essen im Kühlschrank wäre. DSC: Warum sollten
Musikliebhaber Konzerte von euch besuchen? Was ist das Besondere an euch? Musikliebhaber legen viel Wert auf Authentizität und Echtheit und wenn man auf unsere Konzerte kommt, wird man genau das sehen und feststellen. Wir sind einfach so wie wir sind! Interessante Links:Livefotos der BandNennt es wie ihr wollt Fotos: © Adriane Haußmann |