Jan-Dirk von den Donots im Interview |
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| Geschrieben von: Michael Hellstern |
| Dienstag, 23. März 2010 12:27 |
Die Donots melden sich zurück und das mit einem Paukenschlag. Diesen Freitag erscheint ihr langersehntes Album "Tle Long Way Home". Wir haben für euch den Jungs ein paar Fragen gestellt und Jan-Dirk antwortet brav und artig drauf und verrät was man von der neuen Scheibe erwarten darf. Wir brauchten damals schnell einen Namen, da wir unseren ersten Auftritt spielen sollten. Ich hatte dann irgendwann die Idee, uns Donuts zu nennen, habe mich also hingesetzt und mehrere Bandlogos gezeichnet. Bei einem habe ich mich verschrieben - da stand dann Donots und ich dachte: „Ach! Do-nots. Nichts-Tuer. Ein lustiges Wortspiel, warum nicht. Ich habe es den anderen damals vorgeschlagen, und ich denke Sie waren eher aus Zeitmangel als aus Begeisterung mit dem Namen einverstanden. DSC: Wie lange gibt es eure Band schon? Wir haben Ende 1993 angefangen zu proben. Wir haben zunächst gecovert, um in das Gefühl eine Band zu sein reinzukommen. Bands wie The Clash, Bad Religion, Sex Pistols und so weiter. Wir haben dann aber ziemlich schnell angefangen eigene Stücke zu schreiben. Am 16.04.1994 hatten wir unseren ersten Auftritt im Jugend Zentrum Scheune in Ibbenbüren. Seit dem feiern wir offiziell unsere Band-Geburtstage an diesem Datum. DSC: Wie genau habt ihr euch kennengelernt? Ich kenne Ingo (Sänger) und Guido (Gitarrist) schon seit einer Ewigkeit. Die beiden waren Nachbarn meines Cousins bei dem ich damals viel rumgehangen habe. Lange bevor Guido und ich ein Instrument spielen konnten, haben Ingo und ich beschlossen, irgendwann eine Band zu gründen. Wir haben sehr viel Musik gehört, haben seltene Platten auf Plattenbörsen und Flohmärkten gekauft und sind auf Konzerte gegangen. Für uns wäre es zu der Zeit das größte auf der Welt gewesen, selbst einmal eine eigen Platte rauszubringen. Ein paar Jahre später war es dann soweit... DSC: Wie würdet ihr selbst eure Musik beschreiben? Wir kommen ganz klar aus diesem California-Punkrock Bereich in dem Bands wie NO FX, Lagwagon und Green Day groß geworden sind. Über die Jahre ist bei uns aber der Punk- Anteil immer kleiner und der Rock Anteil immer grösser geworden. Heutzutage würde ich uns als eine Rockband mit Wave- und Folk- Einflüssen bezeichnen. DSC: Auf eurem letzten Album „Coma Chameleon“ habt ihr euren Sound stark verändert. Aus den alten Pop-Punk-Hymnen wurden Rocksongs. In welche Richtung geht euer neues Album „The Long Way Home“? The Long Way Home ist meiner Meinung nach noch vielseitiger als Coma Chamelelon und trotzdem kompakter. Coma Chameleon war eine Art „Freischwimm- Album“. Unsere letzten drei Alben klangen, im Nachhinein betrachtet, doch sehr ähnlich. Wir wollten beweisen, dass in uns noch eine Menge mehr steckt. Außerdem hatten wir nach einer 4 jährigen Zwangspause aufgrund des Rechtsstreits nachdem wir unserem alten Label gekündigt haben, eine Menge Wut im Bauch. The Long Way Home ist da entspannter. Wir haben uns ein Jahr Zeit genommen, es aufzunehmen. Wir haben jegliches Material was uns nicht hundertprozentig gefallen hat, direkt weggeschmissen und nur die „Spitze des Demo-Eisbergs“ aufgenommen. Wir haben ca. 80 bis 90 Demos gehabt. Daraus sind nur 15 Songs entstanden. Wir haben uns den Luxus gegönnt, Songs auch mal länger liegen zu lassen. Nach längerer Zeit und mit einem grösseren Abstand betrachtet, konnten wir dann gucken ob sie immer noch so knallen, wie im frischen Zustand. Alles was den Test nicht bestanden hat, wurde weggeschmissen. So radikal und entschlossen waren wir noch nie! DSC: Was bewog euch den Song „Calling“ als erste Single auszuwählen? „Calling“ ist ein Song auf The Long Way Home der sofort zündet. Die Hook springt dir sofort ins Gesicht und da sie durch extreme Synthie-Sounds getragen wird, ist der Song auch etwas ungewöhnlich für uns. Wir wollten wieder auf uns aufmerksam und neugierig machen. Wir wollten, dass die Leute den Song hören und denken: „Krass, das sind die Donots? Ungewöhnlich, das muss ich mir mal genauer anhören.“ DSC: Auf „Calling“ verwendet ihr vermehrt Keyboards. Woher kommt dieser neue Einfluss? Ganz ehrlich, da hat mal wieder der gute alte Gevatter Zufall eine große Rolle gespielt. Der Song war instrumental so gut wie fertig und Ingo hat Gesangsmelodien gesucht. Er saß also vor'm Rechner und neben ihm stand ein Midi- Keyboard. Ich fragte ob ich es ihm anmachen soll, damit er damit ein wenig nach Gesangsideen forschen kann. Zufällig war gerade dieser extreme Synthie Sound auf dem Keyboard und Ingo hat zum Spass die Hook im Refrain, die bis dato nur mit der Gitarre gespielt war, mitgedudelt. Als wir das hörten meinten wir alle: „Alter, das ist es, das muss da mit rein.“ Absoluter Zufall also. DSC: Wie waren die Studioarbeiten zum neuen Album? Auf der einen Seite so entspannt wie nie, auf der anderen haben wir uns aber wirklich noch nie so dermaßen den Arsch aufgerissen. Das Gute war, dass wir mit Vincent Sorg (Produzent) jemanden an Bord hatten, den wir schon aus frühesten Ibbenbürener Anfangstagen kennen und wo ein völlig vertrautes Verhältnis herrscht. Da wird nicht lange um den heissen Brei herumgeredet, sondern die Dinge direkt beim Namen genannt. Das ist erfrischend einfach. Ausserdem haben wir keinen Studio- Deal auf Zeit gehabt, wie das normalerweise der Fall ist. Wir mussten also nicht in sagen wir mal 6 Wochen mit allem fertig sein, sondern konnten uns Zeit lassen. Vince wollte schon seit langer Zeit endlich ein ganzes Album mit uns produzieren, da wir bis dahin immer nur ein paar Songs bei ihm aufgenommen hatten. Auch einige Songs auf Coma Chameleon hatten wir mit Vince aufgenommen. Er hat uns netterweise vorgeschlagen, dass wir so lange aufnehmen bis wir alle sagen: „So, jetzt ist es fertig.“ Das ist auf der einen Seite super, weil man so das Allerbeste rausholen kann. Auf der anderen Seite läuft man aber auch Gefahr, immer weiter machen zu wollen, weil man denkt, da kommt noch was. Im November letzten Jahres, also ein Jahr nach Beginn der ersten Demos zu The Long way Home, haben wir dann Bestandsaufnahme gemacht und zu unserer eigenen Verwunderung festgestellt, dass wir fertig waren. Wir haben also sehr viel Zeit und Liebe in das „Baby“ gesteckt und ich hoffe das hört man. DSC: Wie schätzt ihr die Reaktion der Fans auf das neue Album ein? Das kann man nie wirklich vorhersagen und wir sind da sehr gespannt. Wir konnten bis jetzt nur den kleineren Feldtest machen mit Bekannten und Verwandten oder anderen Musikern wie zum Beispiel den Toten Hosen, als wir mit ihnen auf Tour waren (danke nochmal für die detaillierte Auswertung!). Die Reaktionen bis jetzt sind großartig. Alle Testhörer sind der eindeutigen Meinung dass The Long Way Home das Beste ist, was wir je gemacht haben. Viele sagen, es sei nach Coma Chameleon noch ein eindeutiger Schritt in die richtige Richtung und dass wir noch nie so sehr nach uns selbst geklungen haben. Ich bin gespannt, wie die Leute da draußen das Album aufnehmen werden. DSC: Was für Musik hört ihr privat? Das ist sehr unterschiedlich. Alex zum Beispiel versucht seit Jahren der Band verständlich zu machen, dass „In da Club“ von 50 Cent der beste Song aller Zeiten ist. Damit kommt er aber nicht so weit bei den anderen. Innerhalb der Band ist das sehr unterschiedlich. Da ist von Singer/Songwriter über Metal, Folk, Wave bis tatsächlich hin zum Hip Hop alles dabei. Eine Band, auf die wir uns im letzten Jahr aber geschlossen geeinigt haben, sind Mumford & Sons aus London. Eine Folk- Band die 2009 das großartige Album Sigh No More rausgebracht haben und meiner Meinung nach auch bald in Deutschland tierisch durch die Decke gehen werden. DSC: Ab April kann man euch wieder auf den Konzertbühnen in Deutschland und Österreich bewundern. Was bedeutet es für euch wieder auf der Bühne zu stehen? Die Daten sind jetzt noch um Osteuropa und die Schweiz erweitert worden und ich freue mich schon sehr darauf. Wir sind und bleiben eine live- Band. Konzerte spielen macht uns am meisten Spaß. Wir sind gespannt wie dieses Album live funktionieren wird, aber ich kann schon mal verraten, dass die ersten Proben bereits hervorragend geklappt haben. Es wird einige Gastinstrumente geben und wir können noch mehr mit der Setlist spielen als sonst. Ich hoffe, dass wir auch dieses Jahr wieder nach Japan auf Tour fliegen, denn das ist jedes mal eine ganz besondere Erfahrung. DSC: Welche eurer vielen Live-Shows war bisher die beste? Das ist wirklich schwer zu sagen bei ca. 1000 gespielten Konzerten. Aber zu den Top 10 gehört auf jeden Fall das traditionelle Jahresabschlusskonzert aus dem letzten Jahr. Die Stimmung war von Anfang an großartig und selbst die vier neuen Songs die wir gespielt haben wurden frenetisch gefeiert, obwohl sie ja noch niemand kannte. Ein tolles Erlebnis war das. DSC: Welche Schlagzeile würdet ihr gerne einmal über euch lesen? „Donots bekommen Gold für The Long Way Home“ oder „Donots mit The Long Way Home auf Platz Eins der deutschen Albumcharts eingestiegen.“ Aber das hoffe ich auch nur, weil da so einige lustige Wetten am Laufen sind. So wird zum Beispiel unser Produzent, der strikter nicht-Alkohol-Trinker ist, mit uns einen trinken gehen, sollten wir Gold bekommen. Gleiches gilt für unseren Gitarristen Alex, wenn wir auf Platz Eins landen sollten. Die beiden zum ersten Mal angetrunken - das würde ich zu gerne einmal sehen! DSC: Was sind eure Ziele für die Zukunft? Erstmal werden wir uns auf unserer Tour im Frühjahr, dann auf den Festivals im Sommer und schließlich auf einer weiteren Tour im Herbst den Arsch abspielen. Nebenbei wollen wir schon wieder einige Songs bei Vince aufnehmen, um die nächste Platte schonmal vorzubereiten. Unser Schlagzeuger bekommt sein zweites und unser Manager sein erstes Kind. Die Donots Familie wächst also, was schöneres kann es doch nicht geben! Alles andere wird sich zeigen. DSC: Wo stehen die Donots in fünf Jahren? Wenn wir eines in den letzten 16 Jahren gelernt haben, dann dass wir unglaublich schlecht im Vorausplanen sind. Alles passiert irgendwie. Ich hoffe einfach, dass wir immer noch zusammen Musik machen und Spaß haben. Egal wo und wie. Interessante Links:Die Donots sind wieder zurück Jetzt Tickets sichern! "Coma Chameloen" von den Donots Foto: © Add on Music |
