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Peilomat im Megainterview

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Geschrieben von: Adriane Haussmann   
Die Sonne scheint und man genießt die ersten warmen Sonnenstrahlen des Jahres, Ostern steht kurz vor der Tür und den Mittag vor dem Gig am Abend möchte man genießen. Mittags treffe ich die Jungs von Peilomat mitten in Stuttgart in einem Restaurant und schnell wird klar, dass das Interview auf jeden Fall viel Spaß mit sich bringen wird.
Man plaudert munter miteinander und die Antworten werden länger und länger und das Ergebnis könnt ihr nun hier nachlesen - ein Megainterview!


DSC: In welchem Jahr würdet ihr die Gründung der Band ansiedeln?
Hennich: Das war 2004, im August. Wir haben uns bei einem Workshop namens Popkurs in Hamburg kennen gelernt. Wir sind alle aus verschiedenen Städten und am Abend des Abschlusskonzertes haben wir dann beschlossen auch zukünftig zusammen Musik zu machen und haben somit unsere Band gegründet.

DSC: Wann wurde das Bandprojekt akut?
Sebi: Unseren ersten Gig hatten wir dann Ende 2004. Das ist jetzt schon fast 2 ½ Jahre her.

DSC: Welche Entstehungsgeschichte verbirgt sich hinter eurem Bandnamen „Peilomat“?
Flo: Also ich heiße mit Nachnamen Peil und der Bassist meiner alten Band hatte bereits die Idee diese Peilomat zu nennen, aber das fand ich absolut dämlich. Und dann habe ich ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Peilomat“ geschenkt bekommen, dass ich auch an dem Tag im Popworkshop trug und als wir dann am Abend unseren Auftritt hatten und einen Bandnamen brauchten, hatte man kurzer Hand den Aufdruck abgelesen und dabei blieb es dann auch namentlich.

DSC: Was ist für euch der größte Erfolg, den ihr zusammen als Band erreicht habt?
Sebi: Wir sind schon sehr stolz, dass wir soviel rauskommen und mit Bands zusammen gespielt haben, mit vielen Leuten eigentlich zusammen gespielt haben. Wir haben allein im letzten Jahr 170 Konzerte gespielt. Demnächst kommt dann auch unser Album.

DSC: Wann habt ihr eure Leidenschaft zur Musik entdeckt?
Sebi: Mit fünf hatte ich diese typische frühmusikalische Erziehung und hab dann Blockflöte gespielt und hab dann mit 12 oder so aufgehört, weil dort nur noch Mädchen waren und ich der einzige Junge, zwei Jahre später hab ich mich über meine Entscheidung echt geärgert. Ich hab dann noch Klavier spielen gelernt und mit 16 fand ich Bass cooler. Ich wollte in eine Band und vorne beim Publikum stehen, bei den Mädels. *lacht* Und da war Bass einfach besser als Klavier oder Blockflöte.
Hennich: Ich hab auf einem Dorf gewohnt und hab dort mit 12 angefangen Horn zu spielen, ein Jahr später bin ich dann auf die coolere Posaune umgestiegen. *grinst* Und mit 15 Jahren hab ich dann schließlich angefangen Schlagzeug zu spielen, aber ich hab schon im Kindergarten angefangen zu singen. Wir hatten da so eine Kindergärtnerin, die mit ihrer Gitarre gerne Lieder mit uns vor dem Einschlafen gesungen hat und da war ich immer voll scharf drauf im Gegensatz zu den anderen.
Flo: Ich komme eigentlich aus einer musikalischen Familie. Ich bin das jüngste Kind von vier und meine Schwester spielt Klavier, mein Bruder Schlagzeug. Dort hab ich dann immer drauf rumgetrommelt und mit 10 Jahren hab ich dann Klavier- und Schlagzeugunterricht bekommen. Mit 14 fand ich dann allerdings Gitarre cooler und das singen kam dann irgendwie so nebenbei dazu. Peilomat ist eigentlich die erste Band in der ich als Gitarrist spiele.

DSC: Ihr geht bald (Sept./Okt. 07) auf Tour, was wird eure Fans dort erwarten?
Hennich: Eine Rock’n’Roll Show, Pyroelemente, Elefanten … *schwärmt weiter*
Sebi: Wir spielen uns jetzt erst noch warm, damit wir im September gut eingespielt starten können. Vielleicht gibt es bis dahin auch neue Songs, aber wir sind ansonsten ziemlich spontan und machen und keinen Kopf darüber, was wir jetzt genau auf der Bühne machen werden.
Flo: Wir werden unser Album komplett spielen, d.h. 15 Songs und vielleicht haben wir auch schon neue Songs bis September, weil wir gerade schon für das zweite Album schreiben.
Sebi: Das wird die erste richtige Tour für uns werden.
Flo: Wir wissen wie es ist ein paar Tage unterwegs zu sein, aber wochenlang wird eine neue Erfahrung für uns werden.

DSC: Was unterscheidet euch von anderen Bands auf dem aktuellen Musikmarkt?
Sebi: Es gibt viele gute Bands, aber leider halten sich viele nicht in der Besetzung. Uns gibt es jetzt schon 2 ½ Jahre in der selben Besetzung und unser Zusammenhalt wird immer stärker.

DSC: Was denkt ihr ist eure größte Stärke und eure größte Schwäche als Band?
Sebi: Unsere größte Schwäche ist das Üben! Wir sind total probefaul, aber absolut bühnengeil!
Flo: Wir standen letztes Jahr mehr auf Bühnen als im Proberaum, aber wir arbeiten daran mehr zu proben und noch besser vorbereitet zu sein.
Sebi: Und unsere Stärke ist, dass wir auf das, was wir machen, richtig Bock haben und das merkt das Publikum ja auch.

DSC: Wie entstehen eure Songs? Habt ihr ein Muster nach dem ihr vorgeht?
Flo: Es gibt Sachen, die uns wichtig sind. Ich habe die meisten Ideen und für mich ist es wichtig, dass der Text eine Bedeutung hat. Texte müssen nicht, aber sie sollen etwas ausdrücken und der Song selbst sollte ohrwurmfähig sein. Unsere Texte sollen den Menschen aus der Seele sprechen, mitten aus dem Leben kommen. Aber wir arbeiten die Ideen dann gemeinsam zusammen aus bis wir das Gefühl haben das Beste aus dem Song herausgeholt zu haben und es sich für uns nach einem Hit anhört.

DSC: Wie stellt ihr euch die nächsten drei Monate vor?
Sebi: Jetzt sind wir erst einmal bei sechs Terminen auf der Tokio Hotel Tour dabei. Da freuen wir uns schon drauf, weil wir die Fans bereits bei der Arena of Pop erlebt haben. Und dann werden vermutlich noch Festivals kommen. Im April haben wir jetzt 13 Termine und im Mai 9, soviel ich weiß. Und dann rühren wir erst einmal die Werbetrommel.
Flo: Denn am 25. Mai erscheint unsere erste Single „Grossstadtkinder“.
Sebi: Wir werden rausgehen und den Leuten davon erzählen. Und dann wird es sicher auch Aktionen des Streetteams geben und parallel dazu schreiben wir noch neue Songs. Die Radiopromotionen wird dann auch noch anlaufen.
Flo: Wir werden viel live spielen und schauen, was mit der Platte passiert.

DSC: Ihr gewinnt nun Einblicke hinter die Kulissen der Musikwelt, habt ihr sie euch so vorgestellt?
Flo: Je mehr man dahinter schaut, desto mehr stellt man fest, dass es auch nur normale Menschen sind,
Sebi: Wir lernen viele Leute kennen und mit den meisten kann sich ganz normal unterhalten und reden. Man sieht auch, dass man nicht alleine ist und die Menschen, die schon länger dabei sind, hart arbeiten. Man muss viel aufgeben und Zeit investieren durch die Fahrten, im Proberaum oder die Konzerte und kann Freunde nicht mehr so häufig treffen. Und da tut es gut zu sehen, dass es einem nicht alleine so geht. Man bekommt auch Tipps von anderen Künstlern und bekommt wirklich Respekt vor dem was sie tun und was Musik machen wirklich bedeutet.
Flo: Alle kochen mit dem selben Wasser! Es ist schön, dass man einen normalen Umgang mit den anderen hat und es eigentlich ein ganz normaler Beruf ist.
Sebi: Es ist ja auch nicht ganz neu für uns, durch die Popakademie konnten wir schon Kontakte knüpfen und durch die Arbeit im Kölner Studiokomplex hat man auch schon einiges mitbekommen.

DSC: Was denkt ihr von dem aktuellen Musikmarkt, der derzeit ja sehr deutschsprachig geprägt ist?
Flo: Es gibt immer Trends und es gab schon immer deutsche Bands. Nena, Grönemeyer etc in den 80ern und durch Silbermond und Juli die ‚Neue Deutsche Welle’ jetzt. Aber ich selbst schreibe schon immer auf Deutsch und es war mir auch schon immer klar, dass ich deutsche Texte schreiben möchte. Und da wir in Deutschland sind, sind deutsche Texte auch besser, das verstehen die Leute sofort und scheinen es ja auch hören zu wollen.
Sebi: Auf Deutsch kann man ja auch viel besser etwas vermitteln und erzählen.
Flo: Englisch muss man sich ja erst übersetzen, das versteht man ja nicht so wie die Muttersprache und die Untertöne, die unsere Songs oft haben, werden eher auf Deutsch verstanden.
Sebi: Nehmen wir als Beispiel unseren Song „Fick dich“. Hätten wir den auf Englisch gesungen, hätten die Leute immer nur „Fuck you“ verstanden, aber den Rest des Textes eher weniger und dann geht ein Teil des Songs komplett verloren.
Flo: Und es ist schon schön, wenn man dann die Leute grinsen sieht und weiß, dass die Message des Songs verstanden wurde. Aber generell ist es egal auf welcher Sprache Texte geschrieben werden, wenn die Musik an sich gut ist, wir haben uns selbst für deutsche Texte entschieden.

DSC: Was würdet ihr tun, wenn ihr nur noch 24h zu leben hättet?
Flo: Wir haben genau darüber mal einen Song namens „Das Ende“ geschrieben.
Sebi: Man kann ihn auch auf unserer Myspace Seite (www.myspace.com/peilomat) als Unplugged Version anhören.
Flo: Also ich glaube ich würde ein Abschiedskonzert geben und anschließend eine fette Party mit allen Leuten, die ich mag. Man müsste aber auch darüber nachdenken, ob man mit manchen Leuten einen schönen Abschluss finden wollte oder ob man sich an manchen richtig rächen möchte.
Sebi: Für eine Weltreise ist es ein bisschen knapp, aber ich würde auf jeden Fall nicht ohne Musik sterben und ich würde noch Bungee springen – glaub ich. Aber ich seh mich schon mit 80 auf der Bühne, wenn ich mit zittrigen Fingern noch versuche Bass zu spielen und den kaum noch halten kann. *lacht*

DSC: Wenn ihr jemandem beim Duschen zusehen könntet, wer wäre das?
Flo: Marilyn Manson ohne Schminke, wobei? Vielleicht ist das auch besser, wenn man das nicht sieht.
Sebi: Ich würde gerne mal dem Papst beim Duschen zu sehen?
Flo: *total aus der Fassung* Dem Papst? Ich entdecke ja ganz neue Seiten an dir.
Sebi: *grinst* Ja, weißt du, ob er alleine duscht? Das würde mich einfach mal interessieren.

DSC: Was würdet ihr nie für Geld tun?
Sebi: Darüber haben wir auch letzt nachgedacht. Da gibt es viele Dinge, aber es gibt auch eine Grenze bei der man dann doch überlegt, ob man es tun soll oder nicht.
Flo: Es ist echt schwer, das so einfach zu sagen. Also wir würden nie beim NPD Parteitag auftreten und ich würde niemals gegen Ideale verstoßen, die ich habe.
Sebi: Wir würden nichts machen, wo andere verletzt werden und man ihnen absichtlich weh tun würde.

DSC: Was war bisher die schwerste Hürde, die ihr überwinden musstet?
Sebi: Am Anfang hatten alle noch andere Bands. Aber man merkt jetzt schon, dass Peilomat unser Baby geworden ist. Wir haben Konzerte in ganz Deutschland vor fremden Leuten gespielt, aber es ist schon hart, wenn da nur wenige da sind.
Flo: Da ist uns mal was echt Hartes passiert. Das war in Kloppenburg und da waren circa 600 Leute in der Halle und vor uns hat eine einheimische Band gespielt und wir haben backstage die Halle toben gehört und die Leute Zugabe rufen und haben uns schon total auf die volle Halle gefreut. Und als wir dann auf die Bühne kamen – alle weg. Es waren vielleicht noch 20 oder 30 Leute da. Man hatte sich so drauf gefreut und dann so ein Schock.
Sebi: Aber man freut sich dann auch, wenn man die Leute begeistern kann und sie das nächste Mal wiederkommen.
Flo: Es gibt immer blöde Situationen. Aber man ist dann auch echt froh, wenn man sie überwunden hat. Als wir beim CocaCola Voting gewonnen hatten, hatten wir an einem Tag einen Auftritt in Stuttgart und in Berlin und benötigten dafür zwei technische Teams, die alles vorbereiteten und wir hatten ganz schönes Lampenfieber, als alles geklappt hat, waren wir total stolz darauf, obwohl es ein riesen Aufwand gewesen war.
Sebi: Manchmal ist es auch zu, dass man eine Hürde zurück und zwei vor geht. Wir waren schon traurig als unsere Tour verschoben wurde, aber jetzt wird sie noch größer und umfangreicher werden.
Flo: Wir sind Optimisten und das muss man auch sein!

DSC: Wie entstand der doch sehr ironische Song „Jenny“?
Flo: Das war unser erster Song, den wir zusammen geprobt haben. Ich hatte den Song schon vor Peilomat geschrieben, weil da auch gerade die ganzen Castingshows liefen und ich wollte mich gerne dazu äußern. Aber nur zu sagen „finde ich gut“ oder „finde ich scheiße“ fand ich zu wenig und da kam mir die Idee das einfach in eine Geschichte von einem Mädchen zu verpacken.
Sebi: Es war auch der wirklich allererste Song, den wir überhaupt gemeinsam im Proberaum gespielt haben und irgendwie hat er auch den typischen Peilomatstyle und geht einem ins Ohr.

DSC: Was möchtet ihr euren Fans mitteilen?
Flo: Lasst uns Grossstadtkinder sein und kommt zu unserer Tour!


Interessante Links:
Peilomat ohne Majorvertrag
Peilomat in Mannheim
Livefotos der Band
 

Foto: © Adriane Haußmann

 
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