5Bugs-Flo im Tour-Interview |
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| Geschrieben von: Adriane Haussmann |
| Dienstag, 19. Oktober 2010 11:43 |
Während kurz vor dem Konzert die anderen Jungs von 5Bugs
alle ins Hotel fuhren, um zu Duschen, hatte man einen bereits am Mittag unter
die Dusche geschickt und für das Interview abgestellt. Das Los hatte Flo
gezogen und so saßen Flo und ich gemeinsam an einem kleinen Tisch und sprachen
über das neue Album, das Musikgeschäft und warum Mutti an Weihnachten bevorzugt
wird.
DSC: Euer letztes Album ist im Januar vergangenen Jahres veröffentlicht worden, wie steht es um den Nachfolger? Wenn die Tour jetzt vorbei ist, dann fangen wir wieder an mit schreiben und dann soll auch ein neues Album kommen. Aber unser Vertrag ist jetzt ausgelaufen und wir suchen ein neues Label und eigentlich beginnt nach der Tour erst einmal der ganze Businesskram. Also vor dem dritten Quartal 2011 rechnen wir nicht mit einem neuen Album.
DSC: Auf eurer offiziellen Website kann man sich momentan kostenlos eine EP herunterladen, habt ihr dafür schon Reaktionen der Fans bekommen? Das ist schwer zu sagen wie die neuen Songs ankommen. Allgemein ist das Netz schnelllebiger geworden. Bei unserem letzten Album konnten wir noch auf MySpace die Reaktionen an Hand von Plays und Kommentaren sehen. Aber MySpace ist tot und Facebook nicht sehr auf Musik ausgerichtet. Da erhält man jetzt den Daumen nach oben, aber die Leute posten nicht so viel. Es ist einfach schwerer Resonanz zu bekommen, aber ich hoffe doch mal, dass die Songs gefallen.
DSC: Ist die EP ein Vorgeschmack auf die neue Scheibe oder sind die Songs unabhängig davon? Es ist gar nicht so unwahrscheinlich, dass vielleicht ein Song davon auf dem kommenden Album landet, aber dazu kann ich jetzt eher weniger sagen. Eigentlich haben wir die Songs jetzt eher für die Tour aufgenommen.
DSC: Wie entsteht denn ein 5Bugs Song meistens? Wir haben drei Leute, die ganze Songs schreiben und die kommen dann auch mit den fertigen Songs an und man merkt dann auch, dass sich da jemand Gedanken gemacht hat. Die anderen verfeinern den Song dann eigentlich nur noch, aber das Meiste steht dann schon.
DSC: Eure aktuelle Tour heißt „Butter bei die Fische“, wie kam es zu diesem Titel? Ohweia, da habe ich keine Ahnung. Aber ich glaube ich war damals dagegen.
DSC: Stuttgart ist jetzt ungefähr die Hälfte der Tour, wie ist das bisherige Fazit? Welche Stadt war besonders toll, auf welche freut ihr euch noch besonders? Die bisherige Resonanz war gut, ich würde sagen es ist eine erfolgreiche Tour. Aber es kann sein, dass die Tourhighlights schon vorbei sind. Ich selbst habe mich sehr auf Köln und Oberhausen gefreut und das waren richtig geile Konzerte, aber auch Potsdam könnte nochmal richtig gut werden, weil wir dieses Jahr Berlin ausgelassen haben.
DSC: Ihr habt immer verschiedene Supportbands und dies meist Newcomeracts, wie wichtig ist euch das? Wir finden es schön, wenn man den Besuchern auf den Konzerten etwas bieten kann und drei Bands an einem Abend sind nicht zu viel und nicht zu wenig. Allerdings sind Supportacts auch eine Kostenfrage, daher haben wir nur einen Supportact und jeweils einen Local Support bei den Konzerten. Und die meisten Bands kennt man mit der Zeit, weil man zusammen auf Festivals etc gespielt hat und wir öfters wegen Supportshows gefragt werden. Und wenn sich die Bands vorab rechtzeitig melden, dann klappt das meistens auch recht gut, dass man abends zusammen spielt.
Ein Tipp ist auf jeden Fall, dass man viel üben sollte. Sehr viel üben und spielen. Und dann sollte man eine Band unter wirtschaftlichen Aspekten sehen wie ein Unternehmen, das ist ein Garant für gutes Vorankommen. Und vor allem sollte man nicht warten bis man entdeckt wird, sondern selbst dafür arbeiten und dann lohnt es sich. Wenn man sich selbst alles erarbeitet hat, dann kann das einem auch niemand mehr so schnell wegnehmen wie es jetzt zum Beispiel bei einem großen Feal der Fall wäre. Uns hat niemand geholfen, wir haben uns alles selbst beigebracht. Ein paar Sachen hätte man sich sparen können, aber nicht alles und ich selbst würde fast alles nochmal genauso machen. Wenn man weiß, worauf es ankommt, dann hat man die Chance es selbst in die Hand zu nehmen und dann bleibt auch das Geld bei einem.
DSC: Ist die Hürde sehr groß als Musiker plötzlich wie ein Geschäftsmann zu denken? Naja, es ist halt einfach so und da muss man durch. Andere Leute müssen auch einmal im Jahr ihre Steuererklärung machen und das muss man als Musiker halt einfach auch. Nur weil man Musiker ist, heißt es ja nicht, dass man für alles andere zu blöd ist, falls doch, dann sollte man es lassen, weil dann hat man keine Chance.
DSC: Ihr haltet eure Fans über eure Aktivitäten während der Tour auf dem Laufenden, wie wichtig ist euch das? Die Fanbindung ist und ganz wichtig. Denn irgendwie sollte man ja schon das Interesse an der Band groß halten. Wenn man sich nicht um die Leute kümmert, die einen unterstützen, dann wird man auch schnell wieder vergessen und dann ist alles vorbei.
DSC: Wenn man bei euch auf der Tour Mäuschen spielen würde, was für einen Tagesablauf würde man dann beobachten können und würde man Dinge sehen, die man besser nicht sehen sollte? Im Tourbus schlafen wir die meiste Zeit und man könnte den ein oder anderen Betrunken sehen. Aber ansonsten ist bei uns alles ganz normal. Der Geruch ist halt nicht immer so der beste. Gerade wenn 12 Mann nach dem Konzert die Schuhe ausziehen und ihre verschwitzen Shirts zum Fenster raushalten, das muss man nicht unbedingt riechen.
DSC: Eurer Clip zu „Men of Misery“ zeigt eine schöne Sauerei, wer kam denn auf diese Idee? Was meint ihr, wer hatte mehr Spaß, Chris oder die, die ihn einsauen durften? Also heute würde ich sagen, die die Chris eingesaut haben, die hatten mehr Spaß. Wir haben unseren Videomensch und der ist ein richtiger Künstler und der hat auch solche Ideen. Manchmal sind sie nicht ganz ausgereift, dafür aber lustig. Einen Tag vor dem „Men of Misery“-Dreh hatte er die Idee, dass Chris alles rückwärts singen solle. Das ist natürlich an einem Tag nicht machbar und deswegen ist der Video jetzt auch nicht ganz lippensynchron.
DSC: Spuken euch noch mehr verrückte Ideen für Videoclips im Kopf herum, die aber bisher noch nicht realisiert wurden? Wenn ja, was gäbe es denn da zum Beispiel? Wir haben schon die ein oder andere Idee, aber die wird meisten abgefrühstückt und dann hat unser Videomensch wieder eine Idee für den nächsten Clip.
DSC: Wie würdet ihr jemandem ein typisches 5Bugs Konzert beschreiben? Wenn man selbst auf der Bühne steht, kann man das schlecht einschätzen. Also ich weiß es nicht so richtig, das ist echt schwer zu beantworten. Aber ich würde sagen auf einem 5Bugs Konzert schwitzt man und wir haben meistens einen dicken Sound.
DSC: Langsam geht es auf Weihnachten zu, was sind eure Pläne für die kalte Jahreszeit, feiert ihr gemeinsam unter dem Weihnachtsbaum? Ich geh auf jeden Fall Ski fahren. Und feiern, wir feiern getrennt. Wir hatten schon einmal eine Weihnachtsfeier, aber wenn man das ganze Jahr schon soviel Zeit miteinander verbringt, dann will man Weihnachten nicht auch noch die gleichen Gesichter sehen, dann geh ich da lieber zu Mutti.
Chris von 5 Bugs im Interview Die Fotos des Abends
Fotos:© ahelias.com/ Adriane Haußmann |
