Seit mittlerweile mehr als zwei Jahren begeistern Silbermond ihre Fans, füllen Hallen, verkaufen Platten und berühren die Menschen zutiefst. Vor ihrem Konzert in Stuttgart hatte ich die Gelegenheit der Band einige Fragen zu stellen...
DSC: Gibt es einen Unterschied zwischen Silbermond bei ihrer Debütsingle und Silbermond heute? Andreas: Man wird ja auch älter und hat gewisse Erfahrungen gemacht. Das Livespielen ändert sich in dem Sinne, dass man da neue Erfahrungen sammelt und musikalisch will man sich als Musiker ja auch immer weiterentwickeln, daher hofft man auch, dass man sich weiterentwickelt und neue Ideen an den Start kriegt. Deswegen denke ich schon, dass es da eine Veränderung seit der Debütsingle gibt. DSC: Habt ihr daran geglaubt, dass ihr so bekannt werdet? Stefanie: Also man plant das ja nicht. Klar es gibt Leute, die in der Schule schon wissen, dass sie später mal Arzt werden wollen, aber das mit der Musik, das hat sich so entwickelt. Wir haben nie gesagt, dass wir Stars werden wollen, was wir wussten war, dass wir eine Leidenschaft zur Musik haben und total gerne zusammen Musik machen. Und wir haben uns ja auch schon zeitig getroffen, aber da geht man jetzt nicht in Proberaum und denkt sich: „Oh cool, ich will morgen in den Charts sein“ Sondern man denkt an den Gig am nächsten Samstag oder man probt zwei Tage die Woche und freut sich dann, wenn man am Samstag bei einem Bandwettbewerb mitmachen kann oder so. Das hat sich bei uns eben Stück für Stück entwickelt, erwartet hat man so was nicht. DSC: Ihr habt mit „Das Beste“ eine echte Hymne für das Herz geschaffen, hättet ihr damit gerechnet mit diesem Song so viele Menschen zu berühren? Stefanie: Wir haben damit überhaupt nicht gerechnet. Thomas hat den Song geschrieben, er hatte die Zeile „Du bist das Beste“ und dazu wollte er schon immer einen Song schreiben. Und als wir es dann bei Konzerten das erste Mal live performt haben, bekamen wir ein riesen Feedback und viele haben gefragt, was das für ein Song war, den Thomas am Klavier gespielt hat. Für jeden von uns hat der Song eine ganz spezielle Bedeutung und es ist echt schön, dass er so viele Menschen erreicht hat. DSC: Was denkt ihr sind die Vor- und Nachteile Teil einer Band zu sein? Stefanie: Ehrlich gesagt ist es das Beste, was dir passieren kann, wenn du irgendwie in einer Band Musik machst. Du kannst den ganzen Tag Musik machen und damit deine Wohnung bezahlen und davon leben und dazu bist du noch mit Leuten unterwegs, die du verdammt gut leiden kannst. Bei einem anderen Job im Büro sitzt du vielleicht bei einem, den du nicht so leiden kannst und es gibt dann Schwierigkeiten, aber so… Ich bin mit Freunden unterwegs, die ich schon seit 9 Jahren kenne und dann noch mit einer Crew, die wir gern unsere Mondmannschaft nennen. Auch jetzt im Sommer, wenn man sich alle paar Tage sieht, das ist so wie eine kleine Familie. Also was Besseres kann dir echt nicht besser. Vor allem, weil wir auch mit Silbermond die letzten Jahre soviel erlebt haben, was uns zusammen schweißt. Und wenn du mich fragst, was das schönste ist, was uns passiert ist, dann würde ich antworten: „Die letzten 9 Jahre und zwar mit allen Höhen und Tiefen, die es da so gab!“ DSC: Wie entstehen eure Songs? Thomas: Unsere Songs sind biographisch! Ich bin so der Melodiefreak, der dann mal was ausprobiert und irgendwas dazu singt und summt und wenn ich dann eine Melodie habe, basteln wir alle gemeinsam am Text. DSC: Was sind die nächsten Ziele, die ihr in Angriff nehmen wollt? Andreas: Momentan die Open-Air Tour und ein neues Album schreiben. Wir sind jetzt gerade schon dabei ein paar neue Ideen auszuarbeiten. Aber wir lassen uns jetzt auch viel, viel Zeit fürs dritte Album. Nächstes Jahr wird es dann was Neues von uns zu hören geben, aber wann genau, da kann man jetzt noch nichts dazu sagen. Ein globales Ziel ist es natürlich so lange wie möglich Musik zu machen. Ich persönlich hoffe auf eine lange Karriere und dass der Spaß nie verloren geht. DSC: Ihr als Band, für welche Message steht ihr? Andreas: Mit unserer Musik allgemein würde ich eher sagen, dass wir keine spezielle Message haben. Die einzelnen Songs an sich haben schon Bedeutungen, aber die Lieder, die wir schreiben, sind ja alles persönliche Erfahrungen und wir verlangen von keinem, dass er unsere Meinung und Ansicht teilt. Wenn man den ein oder andere zum Nachdenken bringt, ist ja schon viel erreicht. Aber unsere Message… unsere Musik … ist für uns jetzt eigentlich nur Emotionen verarbeiten und Spaß haben. DSC: Nach welchen Kriterien entscheidet ihr, welche Songs nur auf dem Album zu hören sein werden und welche das Potential für eine Single haben? Stefanie: Mhh, das ist eher so ein Bauchgefühl. Es ist natürlich schwer, gerade die erste Single vom zweiten Album. Am liebsten würdest du natürlich den Leuten sofort das komplette Album präsentieren, denn es ist schwer mit einer Single zu zeigen: „Hey, das ist das Laut gedacht Album!“ Weil das Album ist eben nicht nur „Unendlich“ , „Das Beste“, „Meer sein“ oder „Das Ende vom Kreis“, es hat ja auch noch ein paar andere Lieder, deswegen ist es immer sehr, sehr schwer, aber mit „Unendlich“ … das war während der Studioaufnahmen für uns auch so ein Lied mit dem wir auch musikalisch einen Schritt nach vorne gegangen sind und da konnten wir uns dann einfach noch gut vorstellen, dass man die Aussage des Liedes mit einem Video verstärken kann und es hat uns dann total viel Spaß gemacht mit Daniel Siegler das Video in Kapstadt zu drehen. Auch wenn wir uns heute das Video anschauen, wir haben das Gefühl, man sieht, dass wir ein bisschen älter sind und dass es nun das zweite Album ist. DSC: Welchen Song performt ihr am liebsten live? Andreas: Das ist bei jedem unterschiedlich. Also mir zum Beispiel macht „Unendlich“ sehr Spaß… „Das Ende vom Kreis“…“Meer sein“… jedes Lied hat seinen Reiz und es ist wichtig, dass man bei jedem Lied auch noch den Reiz empfindet. DSC: Wenn ihr für einen Tag ein anderes Bandmitglied innerhalb eurer Band sein könntet, wer wärt ihr dann gerne? Stefanie: Das ist die beste Frage, die uns seit langem mal wieder gestellt wurde. Andreas: Ich wäre gerne Gitarrist! Stefanie: Schon klar, der will sich jetzt bloß bei Thomas einschleimen. Also heute wollte ich gerne Johannes sein, weil dann wüsste ich, dass ich morgen Geburtstag hab und das fände ich ganz cool. Aber allgemein? Das Ding ist halt, dass Thomas wirklich derjenige von uns ist, der am meisten kann, deswegen würde ich auch gerne Thomas sein. Ich glaub wir wollten alle Thomas sein. Johannes: Ich wäre gerne Stefanie, weil sie eine Frau ist. DSC: Wie sieht eurer Touralltag aus? Stefanie: Bei unserer Sommertour sind wir jetzt öfters zuhause. Sind dann wieder im Proberaum, haben dann wieder ein paar Gigs… Und ansonsten sieht unser Tag so aus, dass wir relativ spät aufstehen, frühstücken, die Jungs gehen joggen, dann beschäftigt sich jeder ein bisschen selbst, dann ist der Soundcheck dran, danach Interviews und dann ist ja schon das Konzert. Und bis man dann da wieder emotional runtergekommen ist, ist schon wieder 2 Uhr oder 3 Uhr nachts. DSC: Wenn man euch mit anderen Bands entführen würde und nur eine Band freikaufen könnte, warum sollte man für euch Lösegeld bezahlen? Stefanie: Das kann man nur schwer beantworten! ….. Vielleicht …weil…. weil …. weil die Jungs gut aussehen und die Frauen die Jungs dann vermissen würden… Andreas: Weil wir die Steuern senken würden! Den Satz wollte ich schon immer einmal sagen! DSC: Was wäre derzeit das Schlimmste, was euch passieren könnte? Stefanie: Allgemein Dinge, die man nicht beeinflussen kann. Wie zum Beispiel das Konzert in Freiburg. Das tat mir so leid, weil sich die Leute ja echt darauf gefreut hatten und schon alle da waren, aber meine Stimme war einfach weg. Da ging nichts mehr und man konnte auch nichts dagegen tun! DSC: Bekommt ihr etwas von Fanaktionen mit, die um euch herum gestartet werden? Stefanie: Meine Oma sammelt alles, sie ist da leidenschaftliche Sammlerin was Silbermond angeht. Und dann bekomme ich zweimal im Jahr ein richtig dickes Album geschenkt. Wir selbst haben den Überblick verloren und schaffen es nicht alle Zeitschriften zu kaufen, wo ein Artikel von uns drin ist. Wir bekommen nur was mit, wenn eine Zeitschrift oder ein TV-Sender bei uns direkt anfragt, ob wir was für einen guten Zweck oder so verlosen möchten, das machen wir natürlich auch gerne. Oder auch unsere Fans fragen für unsere Aktion http://www.fanshelfen.de, ob sie nicht dafür ein paar Felle von Andreas’ Schlagzeug oder ein paar Sticks oder von mir ein Handtuch haben können. DSC: Seid ihr eher leicht zu handeln oder doch eher etwas schwerer? Stefanie: Wir sind leicht zu handeln! Wir sind einfach umstandslos einfach gestrickt. Unsere einzigen Macken sind vermutlich unsere Pünktlichkeit und unsere Vergesslichkeit. Thomas: Wir sind eine chaotische Truppe, aber unsere zwei Chaoten haben sich gebessert.
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Foto: © Adriane Haußmann |