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Wie wärs damit?

Revolverheld über verpatzte Auftritte und Plastikidioten

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Geschrieben von: Adriane Haussmann   
Seit mittlerweile zwei Jahren gehören die Jungs von Revolverheld zum Deutschen Musikgut und landen kontinuierlich mit ihren Singles in den Charts, wen wundert es da, dass die fünf dieses Jahr bereits zum zweiten Mal auf Tour gehen und die Hallen füllen. Ich traf Johannes und Jakob vor ihrem Auftritt in Darmstadt für ein paar kurze Fragen.


DSC: Wie und wann entstand Revolverheld?
Jakob: Das war 2002/ 2003. Ich habe damals Johannes im Popkurs in Hamburg kennen gelernt, Kristoff und Niels kannten sich zu der Zeit schon und hatten schon einige Kontakte und während meines Zivis habe ich dann noch Flo kennen gelernt und so sind wir zwischen Bremen und Hamburg gependelt wegen der Proben und daraus ist dann auch unsere Band entstanden.

DSC: Wie kamt ihr auf euren Bandnamen?
Johannes: Wir hatten da ein paar blöde und lange Listen mit ganz vielen Namen und unter anderem stand da auch Revolverheld drauf. Und der Name hat uns sofort gefallen, weil er uns gut beschreibt und unsere Texte beschreibt. Außerdem drückt es auch aus, dass wir mit Worten statt mit Munition schießen.

DSC: Das heißt ihr seid noch heute in der originalen Besetzung?
Johannes: Ja, so ist es!

DSC: Wie kamt ihr zu eurem Plattenvertrag?
Jakob: Wir haben viel live gespielt und hatten ein kleines Studio in einem Gartenhaus in dem wir unsere Demos aufgenommen haben. Ich hab mich ums Booking gekümmert und bereits vorhandene Kontakte genutzt. Der Radiosender Sputnik hat dann unsere Demos gespielt und lud uns zu einem seiner Events ein, was eine wirkliche Seltenheit war, weil uns ja niemand kannte. Und dann ging alles über die Kontakte von Sascha, uns hat dann Joachim Braun von SonyBMG gesehen und fand es ganz nett und hat uns anschließend 6 Monate lang immer wieder angeschaut und dann bekamen wir unseren Plattenvertrag.

DSC: Ihr habt 2005 euer erstes Album veröffentlicht und dieses Jahr euer zweites, was denkt ihr selbst wie sich diese Platten unterscheiden?
Johannes: Wir hatten für das zweite Album mehr Zeit und haben songorientierter gearbeitet. Das Thema Rock haben wir fallen lassen, hatten auch mehr Zeit direkt im Studio und hatten mehr Equipment zur Verfügung.

DSC: Haben sich die Studioaufnahmen zu euren beiden Alben unterschieden?
Johannes: Ja, die zum zweiten Album waren wesentlich intensiver!
Jakob: Und wir hatten durch das erste Album bereits mehr Erfahrung.

DSC: Nach welchen Kriterien entscheidet ihr, welche Songs das Potential für eine Single haben?
Johannes: Wir haben da kein Kriterium, wir hören uns dann die eventuellen Singles an und schauen was am besten passen könnte, wenn wir eine langsame Single hatten, kommt wieder etwas Schnelleres …

DSC: Wie lange dauert es bei euch durchschnittlich von einer Songidee bis zum fertigen Song?
Johannes: Oh, das ist ganz unterschiedlich, das kann manchmal 5 Jahre dauern oder auch nur ein paar Monate. Wir sind kontinuierlich am Songschreiben, so haben wir immer Songs, die älter und jünger sind an denen wir weiter arbeiten können.

DSC: Wie viel Zeit investiert ihr allgemein am Tag in eure Musik?
Johannes: Es gibt unterschiedliche Zeiten, jetzt gerade auf der Tour haben wir eher Interviews und am Abend unsere Show und ansonsten schreiben wir zuhause eher viele Songs, Jakob organisiert noch unseren Merchendise etc Unser Beruf ist unser Hauptleben!
Jakob: Es ist ein ganz normaler Job, nur dass er eben den ganzen Tag präsent ist.

DSC: Wenn ihr einen Song schreibt, was ist meistens zuerst da, der Text oder die Melodie?
Johannes: Beides, manchmal haben wir nur einen einzelnen Riff und ein Stück Text, dann wieder ein Stück Text zu dem einem dann wieder ein Riff einfällt, es zieht sich eigentlich gegenseitig an.

DSC: Was liegt euch vermutlich mehr, die sanften Balladen oder die rockigen Up-Temponummern?
Jakob: Es ist beides ein Stück Revolverheld und wir sind sehr vielseitig. Beides sind ja Teile von uns und unserer Kreativität, also denke ich nicht, dass uns das eine oder das andere mehr liegt.

DSC: Habt ihr einen Lieblingstrack, den ihr besonders gerne live spielt?
Johannes: Eigentlich steht man immer auf die neuen Sachen, aber das ändert sich auch immer.
Jakob: Also mir geht es momentan genauso, es wechselt ständig.

DSC: Ihr habt bereits einige Videoclips gedreht, gibt es einen, der euch besonders großen Spaß gemacht hat oder euch besonders am Herzen liegt?
Jakob: Also am meisten Spaß hat der Dreh zu „Ich wird’ die Welt verändern“ gemacht, weil wir dafür in Südafrika waren. Aber inhaltlich gefällt mit der aktuelle zu „Unzertrennlich“ am besten.

DSC: Was sind eure nächsten Ziele, die ihr in Angriff nehmen wollt?
Johannes: Nach der Tour kommt erst einmal eine Pause und dann kommt ja das nächste Jahr und da werden vermutlich wieder Festivals folgen, außerdem haben wir ja auch die Fußball EM auf die ich mich schon freue.

DSC: Welchen großen Traum möchtet ihr euch als Band noch erfüllen?
Jakob: Preise sind uns nicht so wichtig, sie sind zwar nett, aber wir sind da jetzt nicht wirklich scharf drauf. Ein Traum von mir wäre es allerdings mit den Jungs bei Rock am Ring oder Rock im Park zu spielen neben Bands wie Die Ärzte, Good Charlotte oder Korn. Ich hätte es allerdings nie für möglich gehalten, aber wir haben uns jetzt schon ganz viele Träume erfüllt und sind super zufrieden damit, da bleiben gar nicht mehr so viele Träume übrig.

DSC: Warum sollten sich die Leute eine Karte für ein Konzert von euch kaufen, statt eines Tickets für die Konkurrenz?
Johannes: Also bei uns ist es so, dass die Leute viel Spaß haben und abgehen wie Zäpfchen, es gibt eine richtige Energie zwischen Band und dem Publikum. Wer also richtig Party feiern möchte, sollte einfach zu unseren Konzerten kommen.

DSC: Was war denn bisher eurer großartigster Auftritt und was der absolut grausamste?
Johannes: Also der geilste war im Juni dieses Jahres in Hamburg im Stadtpark vor 5000 Menschen, das war wirklich der Wahnsinn.
Jakob: Und die schlechten Auftritte gehören alle zur Entwicklung einer Band dazu. Am Anfang waren unsere Konzerte nicht so voll und als wir den Bandpool der Popakademie vorgespielt haben, ging einiges schief. Den Kopf an der Decke angestoßen, das Kabel vom Mikro defekt …. also da war einiges voll daneben. Ein Wunder, dass sie uns trotzdem genommen haben.

DSC: Wenn ihr für 24h in die Haut eines anderen Bandmitglieds von euch schlüpfen könntet, wo würdet ihr hineinschlüpfen?
Johannes: Ich würde gerne einmal Schlagzeug spielen und wäre gerne so dünn wie Jakob. *klopft sich auf das Bäuchlein*
Jakob: Und ich würde gerne mal vorne stehen und ein Konzert von vorne erleben, ich sitz ja immer hinten.

DSC: Gibt es etwas über das ihr euch richtig aufregen könnt?
Johannes: Ja, diese bekackten Castingshows, die nur Plastikidioten produzieren und damit den Teenies das Geld aus der Tasche ziehen!

DSC: Mit was soll man in 10 Jahren mit eurem Bandnamen verbinden?
Johannes: Die Leute sollen so was sagen wie: „Hey, die spielen nächste Woche in meiner Stadt! Kommt vorbei, das ist ne tolle Liveband und es ist geil, die Jungs live zu sehen!“


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Foto: © Ben Wolf

 
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