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Die Sprücheküche gibt Einblick

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Geschrieben von: Adriane Haussmann   
Vier junge Männer, die sich zusammen getan haben, um gemeinsam ihren großen Traum zu verwirklichen. Mit viel Fleiß und Ehrgeiz sind sie derzeit dabei jede Hürde zu meistern und sich den Weg nach oben zu ebnen. Wir haben ihnen einmal im Interview auf den Zahn gefühlt....


DSC: Wie und wann entstand eure Crew?
Unsere Crew, die "Sprücheküche", ist 2003 entstanden bzw. gegründet worden. Entstanden ist die Crew durch treffen in Kellern und Freestylerunden. Dazu hat AndiTablez immer Beats für uns aufgelegt. So hat eigentlich alles begonnen.

DSC: Wie kam es zu eurem Namen „Sprücheküche“?
Das ganze Rapding besteht ja aus Reimen und Sprüchen und wir alle haben es schon immer gut gefunden irgendetwas mit Sprüchen in unserem Crewnamen zu haben. Und kochen können wir auch ganz gut, damit meinen wir natürlich Reime und Sprüche. Ausserdem reimt sich Küche auch auf Sprüche. Somit war der Name Sprücheküche geboren. Die Sk-Crew hat ihr eigenes Rezept im Rapgame und die Töpfe brodeln und es dampft gewaltig im Kessel.

DSC: Stellt euch und eure Mitglieder unseren Lesern doch bitte einmal vor!
Also der Name ist ja jetzt schon öfters gefallen: Wir sind die Sprücheküche auch bekannt als SK-Crew und wir sind zu viert in der Gruppe. Double D und MC Pohse - beide Rapper. Andi Tablez, der DJ, und NesBeatz, unser Beatproduzent. Wir sind aus Schopfheim City, cirka 20 Kilometer von Basel entfernt und wir machen unsern Sound nun 4 Jahre.

DSC: Ist dies die Originalbesetzung?
Zu Beginn waren wir mehr, doch straight dabei sind nur wir vier geblieben.

DSC: Wie kamt ihr zum HipHop, also warum habt ihr euch für diese Musikrichtung entschieden?
Weil sie eigentlich den Hauptteil unseres Lebens ausfüllt und wir damit groß geworden sind.

DSC: Ihr habt nun euer erstes Album veröffentlicht, wie lange dauerte es dafür die Songs zu schreiben?
Die Tracks haben wir im Laufe der anderthalb Jahre geschrieben und auch gleich aufgenommen.

DSC: Wie lange dauert es bei euch durchschnittlich von der Entstehungsidee eines Tracks bis zur Endversion?
Das ist schwer zu sagen, kommt immer darauf an. Bei uns waren schon Tracks dabei, die nach zwei Tagen fertig waren und andere haben Wochen gedauert. Da kommt auch immer viel zusammen. Das Aufnehmen, Abmischen, Mastern nimmt halt auch sehr viel Zeit in Anspruch.

DSC: Wie viel Zeit investiert ihr allgemein in euer Musikprojekt?
Fast unsere gesamte Zeit. Es gibt eigentlich keinen Tag an dem wir nichts für die Crew machen. Klar, es gibt Tage an denen wird mehr gearbeitet haben und welche an denen man nur irgendwelche Kleinigkeiten erledigt. Aber grundsätzlich wird fast jeden Tag was getan.Von nichts kommt nichts und Musik ist unser Leben. Wir wollen auf jeden Fall weiter hart arbeiten, um Erfolg zu bekommen. Wir nehmen unser Projekt sehr ernst. Nur aus Spass und für die Kultur machen wir das sicherlich nicht. Man hofft irgendwann die Ernte einfahren zu können.

DSC: Woher nehmt ihr eure Inspiration für die Texte und die Melodien?
Man hört sich den Beat an und meistens ist dann schon eine spontane Idee im Kopf über welches Thema geschrieben werden könnte. Kommt auch auf den Beat an. Ist der Beat traurig, ist er fröhlich oder ein schnellerer? Wenn’s ein aggressiver ist, kommen meistens auch Punchlines. Wie die Beats gebaut werden, haben wir ehrlich gesagt keine Ahnung. Nes schliesst sich im Studio ein und keiner kriegt mit, wenn er einen supercoolen Beat baut.Wir freuen uns dann immer alle wenn wir wieder neue Beats von ihm zu bekommen und haben dann gute Laune.

DSC: Warum habt ihr euch dafür entschieden nicht so einen reinen, typischen Gangsterrap mit lauter Schimpfwörter und Ausdrücken zu machen, zumindest hat man dieses Gefühl, wenn man euer Album anhört?
Wir fahren unsere eigene Schiene im Rap. Das war uns von Anfang an klar, dass wir niemals einen auf Gangster machen und so rappen. Wir haben den Sk Powerrap-Style. Wir wollen mit unserem Tun möglichst auffallen, besonders auf der Bühne und probieren eine breite Masse zu erreichen. Auch unsere Musik ist schon ein sehr nach vorne gehender Hip-Hop Sound. Daher passen so düstere und aggressive Texte auch nur selten bei uns rein. Ausserdem fährt eh jeder 2. Rapper die Gangsterschiene und damit erreicht man jetzt nicht mehr viel in unseren Augen. Wir haben ja auch keine Ökotexte. Wir haben auf eine gute Mischung gesetzt. Representer und natürlich auf die Kacke hauen, aber alles niveauvoll und oft auch mit Themen kombiniert. Ein eigener Rapstyle eben. Und das denken wir, haben wir mit dem Album gut hinbekommen.

DSC: Was denkt ihr über Gangsterrapper un solche wie Bushido, Sido und Co?
Bushido muss man einfach Respekt geben, für das was er erreicht hat und auf was für ein Level er Deutschen Rap gebracht hat, genauso natürlich Sido. Allerdings sind die auch mit die Ersten in Deutschland gewesen, die Gangsterrap gross gemacht haben und haben es verdient Stars zu sein. Was uns halt auf die Nerven geht ist, dass jetzt aufeinmal 10000 Rapper Bushido nachmachen. Es muss doch verschiedene Styles geben und nicht nur noch Gangsterrapper. Wir kennen wirklich genug Leute, die im Knast waren oder andere Scheisse gebaut haben. Nur von denen ist keiner Stolz darauf und wir würden auch deswegen nicht bei unseren Tracks einen auf Gangster machen. Es gibt natürlich auch sehr sehr guten Gangsterrap und es gibt auch Rapper, die sicherlich genug Scheisse erlebt haben und das in ihren Texten verarbeiten wollen. Nur Fakt ist einfach, dass es viel zu viele Leute kopieren und einen auf übelst hart machen, aber schlussendlich mit dem Ganzen nichts zu tun haben. Das nervt.

DSC: Party-, Diss-, oder Lovetracks... was liegt euch vermutlich am meisten und wieso?
Gerade weil wir einen sehr guten Ruf als Liveband geniessen, würden wir aufjedenfall sagen, dass wir am meisten auf Partytracks stehen. Auch unsere Beats sind halt in der Regel schnellere Party Beats zum Mitnicken und Mitspringen. Daher sind die meisten Tracks von uns Partytracks. Ist ja bei Liveshows auch nicht das Verkehrteste und so macht es halt am meisten Spass. Natürlich haben wir auch Representer und ab und zu machen wir auch mal einen Battletrack. Wenn wir Bock haben, machen wir sicherlich auch mal einen Lovetrack. Wir sind eben vielseitig. Wir können über alles schreiben. Sk Style halt.

DSC: Wie lange dauerten die Studioaufnahmen zu eurem Debütalbum?
Wir haben insgesamt für das Album circa anderthalb Jahre gebraucht. Wir haben uns Zeit gelassen, weil wir ein rundes Werk und hoffentlich auch ein Gelungenes abliefern wollten.

DSC: Wart ihr in einem professionellen Studio dafür?
Nein. Dafür hatten wir kein Geld. Wir haben das Album komplett bei Double D in seinem Homestudio aufgenommen. Dafür sind die Aufnahmen, für die Verhältnisse auch sehr geil geworden. Dafür waren es aber alles lange Nächte und harte Tage.

DSC: Wie kam es zu dem doch etwas provokanten Titel „Auf dem Weg nach oben“?
Weil wir ganz nach oben fliegen wollen. Nee Quatsch. Wir haben den Titel gewählt, weil es in den letzten 2 Jahren in der Region und Baden-Württemberg rasant aufwärts ging mit der Sprücheküche. Und der Titel einfach nur das wiederspiegelt, was wir mit der Crew 2006 und 2007 alles erlebt und gefeiert haben. Natürlich will man bei seinem Debütalbum auch einen Titel wählen den man sich gut merken kann. Deswegen auch der etwas provokante Titel "Auf dem Weg nach oben". Jetzt werden wir noch hungriger und noch konzentrierter an uns arbeiten.

DSC: Habt ihr einen Lieblingstrack auf dem Album, wenn ja welcher und warum?
Einer unser Lieblingstracks auf dem Album ist "Doppelt hält länger". Auf diesem Track zeigen wir, dass wir im Doppelpack einfach alles schaffen können. Dazu ist der Beat von Nes natürlich auch eine rhythmische Bombe. Hier passt einfach der Beat, die Hook und der Text perfekt zueinander.

DSC: Ihr vertreibt eure CD selbst, ist das nicht ein komplizierter Vorgang?
Eigentlich leichter, als man denkt. Natürlich hat man dadurch eine kleinere Reichweite, aber es funktioniert ganz gut. Wir verkaufen unser Album über unsere Internetseite, an Konzerten und in ein paar ausgewählten Läden, wie im Drugstore in Freiburg und Lörrach.

DSC: Wie habt ihr euer Album/ eure Musik finanziert?
Durch unsere zahlreichen Gigs, die wir vor unserem Album gespielt haben, konnten wir uns die Pressung der CDs leisten.

DSC: Habt ihr schon einmal einen Videoclip zu einem eurer Tracks gedreht?
Leider nicht. Wir haben einige Aufnahmen von unseren Auftritten, aber wir werden demnächst unser erstes, zwar Low-Budget, Video drehen und dann zum nächsten Album ein fettes Weiteres.

DSC: Habt ihr Ausbildungen im Musikbereich absolviert?
Bei uns hat niemand eine Ausbildung im Musikbereich außer Double D, der zurzeit an der Popakademie in Mannheim studiert.

DSC: Gibt es einen Künstler oder eine Crew mit der ihr gerne einmal zusammenarbeiten möchtet?
Da gibt es natürlich viele aus Deutschland und aus den Staaten. Doch wenn wir jetzt alle aufzählen würden, dann wäre dieses Interview nur Werbung für Andere. (lacht)

DSC: Welchen großen Traum hegt die SK-Crew im Allgemeinen?
Fame und das bundesweit. Wir arbeiten hart darauf hin und sind erst am Anfang. Doch wir sind unserer Sache sicher und jeder der uns Live gesehen hat, irgendwie auch.

DSC: Wo kann man euch als nächstes live erleben?
Jetzt am 16. und 17. November als Toursupport für Frauenarzt in Lahr und Zürich. Dann am 20. November in Freiburg an der Releaseparty der Letten aus dem Weltall. Im Dezember sind noch weitere Auftritte geplant vor Das Bo und Curse. 2008 werden wir uns dann erstmal komplett dem zweiten Album widmen.

DSC: Wo ist denn eure Homebase?
Zu Beginn war unsere Homebase in Schopfheim, Basel und Lörrach. Dort sind wir nun allerdings recht etabliert und streben nach mehr. Freiburg und Lahr ist unsere zweite Homebase, da wir dort und in der Umgebung sehr viele Live-Auftritte und Supports hatten. Jetzt heisst es raus aus Baden-Württemberg und den Rest von Deutschland zu zeigen wie die SK-Crew Party macht.

DSC: Erkennen euch dort schon die Leute, musstet ihr schon Autogramme geben?
Ja, bei uns in der Umgebung stehen die Leute 130% hinter uns. Sie wissen, dass wir das Potential haben den Fokus, welcher im deutschen Rap zurzeit auf Berlin liegt, zu verändern.
Wir haben eine große Szene in Freiburg, Lahr und Lörrach, nur leider ist sie in den Medien total untervertreten.

DSC: Warum sollten sich die Leute Karten für eine Show von euch kaufen?
Weil wir gerne Party machen und die Leute das auch spüren lassen. Live flippen wir immer aus und gehen nicht bevor der Laden kocht und sie sich überzeugen können, dass es mehr gute Rapper gibt, als vermutet und wir einfach mega-fresh sind !!

DSC: Was unterscheidet euch von anderen Crews?
Wir machen Powermukke. Musik, die es im Deutschen Rap kaum gibt. Unser Sound geht nach vorne und animiert zum Durchdrehen. Dazu haben wir auch gute Themen in den Texten und bleiben nicht nur auf einer Schiene kleben.

DSC: Was war bisher euer geilster Gig und was war der absolut grausamste und warum ?
Der geilste Auftritt ist gar nicht solange her. Im Universal D.O.G. vor K.I.Z. Die Leute sind so ausgeflippt, dass die ersten Reihen umgefallen sind und es war einfach geil. Natürlich gibt es einige davon. In Neuenburg hatten wir zum Beispiel mehr als 100 Kollegen mitgenommen, da wurde der Laden auch auseinandergenommen. Eigentlich haben wir nur geile Auftritte, kommt vielleicht davon, dass wir immer ziemlich blau sind.

DSC: Unter welcher Adresse kann man euch online besuchen, um sich noch einen besseren Eindruck von euch zu verschaffen?
Checkt unsere Internetpräsenz auf http://www.sprücheküche.de oder wenn ihrs einfach haben wollt auf http://www.myspace.com/spruechekueche
Auf unserer Internetseite gibt es auch das Album zu bestellen, viele weitere Infos, Exclusives, Dates, Fotos, Albumreview, uvm.

DSC: Möchtet ihr euren Fans noch etwas sagen?
Danke für das ausführliche Interview und wir hoffen euch auf einem unserer Gigs wiederzusehen.


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Foto: © SprücheKüche

 
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