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Wirtz - ein Erdling live in der Rockfabrik PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Michael Hellstern   
Montag, 16. November 2009 11:00

Sonntagabend am 08. November um 20.30 Uhr in Ludwigsburg. Die letzten rustikalen Töne der Vorband Übergas verklingen und gespannte Erwartung macht sich breit. Fast 300 Leute sind an diesem Abend in die Rockfabrik gekommen, um ein ganz besonderes Ereignis mitzuerleben: das erste Konzert von Wirtz auf der Tour zu seinem neuen Album „Erdling“.

Um 21 Uhr ist es dann endlich soweit: Daniel Wirtz und Band betreten unter lautem Jubel die Bühne. Sofort starten die vier mit dem „Erdling“-Opener  „Im Freien Fall“. Die kraftvolle Stimme von Wirtz zieht das Publikum vom ersten Augenblick an in seinen Bann. „Es tut gut, endlich wieder mal draußen bei euch zu sein“, meint ein gut gelaunter Wirtz zur Begrüßung. Gleich danach folgt bereits der zweite Song des neuen Albums „Geschichten ohne Sieger“.

 

Nichts für jugendliche Ohren

Die erste Hälfte des Konzerts besteht fast nur aus neuen Songs aus „Erdling“. Doch auch wenn die Platte bisher erst zwei Wochen lang zu haben ist, so kocht die Stimmung sofort hoch. Das Publikum erweist sich als erstaunlich textsicher. Anfangs gibt sich Daniel Wirtz noch etwas wortkarg, doch im Laufe des Konzerts taut auch er auf.

Die letzten zwei Wochen hatte die Band komplett mit Tourproben verbracht, aber trotzdem merkt man dem Vierer die Premierenstimmung an. An einigen Stellen passt die Abstimmung noch nicht und die Mitglieder haben die falschen Gitarren für den jeweils folgenden Song. Dass nicht alles gelingt, ist jedoch kein Wunder bei diesem Premierenkonzert der Tour. „Ihr seid quasi die Ersten im Puff“, verkündet Wirtz verschmitzt.

 

Auch die erste Singleauskopplung "L.M.A.A." darf natürlich nicht fehlen und wird dementsprechend abgefeiert. Die Musiker kommen merklich ins Schwitzen, doch das ist es ihnen wert. Vom Sound her klingen die vier noch besser als auf der CD, klingen die Songs doch live noch eine Spur härter und authentischer. Daniel Wirtz erzählt Geschichten aus seinem Leben, die hin und wieder etwas übertrieben ganz alltägliche Probleme und Sorgen aufs Korn nehmen.

Songs wie „Weil ich so bin“ und „Mon Amour“ des ersten Albums „11 Zeugen“ kommen auf der Setlist nicht zu kurz. Dabei legt Wirtz auch mal seine Gitarre ab, um nur mit dem Mikrofon in der Hand die Stimmung aufzuheizen. Durch die neugewonnene Bewegungsfreiheit kann er seinem Publikum noch näher kommen, was vor allem die weiblichen Fans freut.

 

Zugaben ohne Ende

Nach 90 Minuten verlässt die Band erschöpft die Bühne. Unter lautem Applaus betreten die Helden des Abends wenig später erneut die Stage, um vier geniale Zugaben aus dem Ärmel zu schütteln, die das Publikum begeistern. Dass sie auch ruhigere Töne anschlagen können beweisen sie mit den neuen Songs „Nada Brahma“ und „Siehst du mich“. Doch sie spielen auch noch Kracher des ersten Albums wie „Ne Weile her“.

Tosender Applaus folgt auf die letzten Akkorde. Noch geht das Licht an diesem Abend aber nicht aus. Immer neue Zugabenschreie erfüllen den Saal. Drei weitere Songs fordert das Publikum und Wirtz kommen dem nach. Die zweite Single aus dem Debütalbum „Keine Angst“ folgt sowie das neue Lied „Overkill“. Der melancholische Song „Richtig weh“ sorgt noch einmal für Gänsehautstimmung, ehe Fans und Band nach zwei Stunden erschöpft aber glücklich die Heimreise antreten.

 

Interessante Links:
Die Livefotos des Abends
Ein beängstigend direktes Debüt
 

Fotos: © Michael Hellstern

 

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