Noch immer
hängen die dicksten Regenwolken über München, speziell über dem Backstage Club,
doch an diesem 31. Mai haben es die Kids nicht eilig ins Haus zu kommen.
Erst als This Is The Arrival ihr Set beginnen, füllt sich der kleine Laden. Erst zögerlich, dann immer mehr, wird das Tanzbein geschwungen und mitgesungen.
Denn die Songs des Quartetts sind teilweise alt bekannt ("Sing This Song
For Hours And Hours", "Metropolis"). Und weil man im Vorprogramm
von Fertig, Los! am besten die Herzen aller Anwesenden gewinnen kann und
sowieso Heimspielstimmung herrscht, werden dann auch noch neue Songs
vorgestellt, zum Beispiel die erste Single aus dem kommenden Debütalbum
"Mexico". Dabei wird der wenige Platz auf der Bühne voll zum Tanzen
ausgenutzt und man wartet darauf, bis der erste sich was bricht.
Alles gut geplant
Weiteres
Erstaunen bringt die Umbaupause: Was alles sonst noch auf die Bühne passt!
Diverse blaue und rote Neonröhren rund ums Schlagzeug (Philipp: "Flos
Heimsolarium!") und Instrumente (wie den Nadeldrucker für das Intro von
"Wenn du mich brauchst"). Dann betreten die Jungs und das Mädel von
Fertig, Los! in Festtagskleidung die Bühne und rocken mit "Ein neuer
Gott" los. Nur unterbrochen vom Klassiker "Sie ist in mich
verliebt" werden in der ersten Hälfte des Abends ausschließlich neue
Lieder gespielt, von "Der Moment" und "Augen zu" bis zu
"Die Anderen".
Wenn man
dann dachte, die beste Tanzstimmung wäre bei "Elektrisches Licht"
aufgekommen, bei dem sogar kleine Mosh-Pits gebildet wurden, der hat sich
geirrt: "Komm schon" entwickelt sich mehr und mehr zu dem Song mit
der größten Mitsinggarantie und die Gesten der Band verkommen dennoch nie in
Richtung Stadion. Schließlich sind die vier Münchner auf dem Boden geblieben,
der ein oder andere Tratsch mit dem Publikum darf schon sein. Da werden
bestimmte Songs zur Belohnung versprochen, wenn man denn böse, wild und
"unziemlich" sei (auch wenn der Ruf nach "Ausziehen!"
quittiert wurde mit: "Ihr seid unziemlich, die Band ist brav!").
Und das beste zum Schluss
Neben den
neuen Songs gab es dann auch altbekanntes Material: Von "Das Herz ist
ein Sammler" wurde "Dreh mich nicht um", "Ich weiß
nicht wie das ist", "Zwischen den Zeilen" (im "romantischen
Akustikset" mit Philipp und Simon sowie einer leicht krächzenden
elektrischen Harfe, deren technischen Extreme danach noch Fangirl Nicole
demonstrieren durfte) und das frenetisch gefeierte "Links, Rechts,
Links" zum Besten gebracht. Und natürlich das Lied, das man schon beinahe
als "Indie Partyhit" bezeichnen könnte - "Ein Geheimnis".
Ein letztes Mal flogen danach noch die Arme in die Höhe, als der Titeltrack des
zweiten Albums "Pläne für die Zukunft" dargeboten wurde, mit den This
Is The Arrival Jungs zur gesanglichen Unterstützung. Und weils so schön war,
lädt Philipp alle in die Muffathalle nach dem WM-Spiel
Deutschland gegen Ghana ein - auch, wenn die Fans Fußi genauso hassen wie er.